/b/ – Passierschein A38
„Migranten müssen EC und Seine Werte akzeptieren“

Jetzt in Radio Ernstiwan:


Hail Odin! von Christenklatscher666

M3U - XSPF


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Nr. 34487
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Neueröffnung des Kurzgeschichten-Fadens. Alle Beiträge willkommen, egal ob selbst geschrieben, von anderen Autoren oder Kritiken zu den pfostierten Geschichten.

Es war Sonntag Abend. Morgen wartete die Weide, und das Spiel würde von vorne beginnen. Arbeiten, um Geld zu verdienen, um zu essen, um zu schlafen, um dann wieder zu arbeiten. Berechenbar, nur unwesentliche Abweichungen. Kein Ziel. Langsames Kreiseln, bis zum Ende. Ich sollte ins Bett gehen, es war spät, und der Wecker würde morgen früh klingeln. Doch ich wollte nicht ins Bett, an diesen Ort, wo der Zyklus endet und dann wieder beginnt. Ich dachte nach. Kunst. Kunst lebt. Ich öffnete Fotoladen, erstellte ein Makro und pfostierte es. Noch ein langer, tiefgründiger Pfosten über das Leben. Gelöscht, verbessert, wieder abgesetzt. Eine weitere Stunde war vergangen, es war Nacht. Alles eingefroren. Der Ernstkanal, das Leben draußen, sogar die Luft stand schal und unbeweglich im Raum. Ein Wikipedia-Artikel. Ein Weiterer. Wissen. Neugier ist gut, alles lernen, alles wissen. Gott weiß alles. Mit geöffnetem Mund saugte ich das Wissen ein. In meinen Körper. Eine Fliege flog am Bildschirm vorbei. Sie wurde eingesogen. Verschwand in mir. Ich riss meinen Mund weiter auf, und atmete tiefer ein. Meine Topfpflanze hielt dem Sog nicht stand und verschwand ebenfalls in mir. Es war nicht genug. Der Monitor war der Nächste. Weg. Weggeatmet. Eingesogen. Der Schreibtisch, das Regel, das Bett. Ihre Existenz ging in mich über. Schließlich Leere, alles weg. Ich ging nach draußen und atmete tiefer ein. Die Büsche, die Bäume. Nach und nach verschwanden sie in meinem Rachen. Die Autos, der Asphalt von der Straße. Ich brauchte sie, sie müssen in mir aufgehen. Die Häuser, und die Menschen darin, ich sog sie ein. Ich sog den Boden unter mir ein. Bis alles weg war. Ich hatte die Erde eingeatmet. Das Vakuum sollte mich nun töten, doch ich saugte den leeren Raum ein. Und da war mehr. Planeten, Sterne. Galaxien. Der Sog wurde immer stärker. Nach und nach verschwanden sie in mir. Ein nie enden wollender Strom von Raum und Materie. Ich sah eine Grenze auf mich zukommen. Es war die Grenze des Universums. Ich sog sie ein, sie verschwand. Und dann sog ich Gott ein.

Ich ließ einen leisen Lufthauch aus. Der Wecker würde morgen nicht klingeln.
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Nr. 34488 Kontra
Repfostierung der Reisen-Kurzgeschichte, die damals ganz gut ankam (1/2):

Als ich morgens aufwachte, fühlte ich mich sehr unweise. So fragte ich meinen Freund Hans-Dieter: "Was kann ich tun, um weise zu werden?" Und er antwortete mir: "Das ist doch ganz klar: Du musst reisen! Lerne die Welt kennen, treffe interessante Leute und erweitere deinen Horizont. Das ist gut, das haben Goethe, Tucholsky und Mark Twain schließlich auch schon gesagt." - "Das klingt gut", sagte ich, "Goethe, Tucholsky und Mark Twain können sich schließlich nicht alle drei geirrt haben. Gleich morgen fahre ich ins Nachbardorf und stelle mich an den Eingang vom Supermarkt. Dort werde ich ganz schnell ganz viele Leute sehen, die ich nicht kenne, das wird mich schnell weise machen." - "Nein nein" antwortete Hans-Dieter, "du musst weiter weg. Ins Ausland, am besten auf einen anderen Kontinent." - "Ah, ich verstehe. Je weiter, desto besser." - "Ja genau, jetzt hast du es verstanden." Also berechnete ich ein Ziel, welches mir erlaubte, möglichst viele Menschen in möglichst großer Entfernung zu treffen. Meine Wahl fiel auf China, denn das ist weit weg, und es leben viele Menschen dort.

Also nahm ich mir 2 Wochen Urlaub und flog nach China. Schon am Flughafen begann ich, jede Person mit "Hallo" zu begrüßen, und machte dann jedesmal einen Strich auf meinem Zettel, denn die genaue Zahl der Leute, mit denen ich Kontakt hatte, könnte relevant sein für die Berechnung der durch die Reise gewonnenen Gesamtweisheit. Da aber auch der Kontakt mit dem Land selbst eine Bedeutung haben könnte, rollte ich mich hin und wieder über den Boden, nur um sicher zu gehen. Das GPS auf meinem Handy zählte die Meter, die ich hier zurücklegte, und ich war mir nicht sicher, ob Taxi fahren auch zählte.

Schließlich waren die 2 Wochen um und auf dem Heimweg fragte ich mich, ob man durch die Annäherung an seine Heimat einen Teil der erlangten Weisheit wieder verliert, doch das schien mir unwahrscheinlich. Kaum stieg ich aus dem Flieger fühlte ich jedoch schon, wie meine Weisheit langsam wieder abnahm, ja noch schlimmer: Ich fühlte, wie ich hier meine Zeit vergeudete, denn schließlich hätte ich jetzt schon wieder auf Reisen sein und mein Weisheitskonto weiter befüllen können. Also fuhr ich gar nicht erst nach Hause, sondern nahm direkt den nächsten Flieger nach Indien, denn dort leben auch viele Menschen. In Indien begab ich mich sogleich an den Strand, denn ich war vorbereitet: Das ist der Ort, wo sich die weisen Menschen aus aller Welt treffen, und in der Tat, es wimmelte nur so von weisen Menschen. An ihren Gesichtsausdrücken konnte man den Grad ihrer Weisheit ablesen. Nur einmal zuvor hatte ich so viel Weisheit in einem Gesicht gesehen: Bei Hans-Dieter in der Eckkneipe nach dem 12. Bier. Kein Wunder, dass er so gute Tipps für mich hatte.
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Nr. 34489 Kontra
(2/2)

Hier blieb ich jedoch keine 2 Wochen, denn um die größtmögliche Menge an Weisheit zu erlangen, wollte ich möglichst viele Orte sehen, da konnte ich unmöglich eine ganze Woche an einem Ort verbringen. Ich achtete stets darauf, mit jedem Menschen nur ein Wort zu sprechen, denn sprach ich mal notgedrungen mehr, dann beschlich mich sofort das Gefühl, dass mir schon wieder ein Quentchen Weisheit entgangen war. Schließlich beschränkte ich mich darauf, nur maximal einen Tag an einem Ort zu verbringen, und dann sofort in die nächste Stand weiterzureisen. Am besten Millionenstädte, wo der Flughafen dicht an der Innenstadt war. Dort konnte man sich schnell per Taxi an einen belebten Ort bringen lassen, rausspringen, allen Hallo sagen und wieder per Taxi zurück an den Flughafen fahren. Ich hatte meine Weisheitsproduktion inzwischen optimiert und fragte mich, ob die restlichen Menschen mir überhaupt noch gewachsen sein würden, besonders der Schulze aus dem Büro gegenüber.

Als ich alle Millionenstädte durch hatte, klapperte ich noch schnell die üblichen Sehenswürdigkeiten ab, Macchu Picchu, die Pyramiden, das Taj Mahal und so weiter. Wie ein Blitz traf mich die Erinnerung, dass ich nach meinem Abi nie ein halbes Jahr in Australien war. Noch nicht mal den Jakobsweg war ich gegangen. Kein Wunder, dass ich noch vor Kurzem dieses gewaltige Defizit an Weisheit in mir spürte. Der Gedanke, das die Erde sich mit 30km/s um die Sonne bewegt, diese wiederum um den Kern der Milchstraße kreist, und wir dadurch alle irgendwie zu Reisenden werden, verwirrte mich nur kurzzeitig. Von solchen Gedankenspielen würde ich mich nicht aus dem Konzept bringen lassen, nicht jetzt, wo ich doch schon so weit gekommen war.

Dann schließlich war es soweit: Ich hatte alle Länder der Welt bereist, hatte Kontakt mit Millionen von Menschen, und mit mindestens einem Menschen aus jedem Land (und mit den meisten ethnischen Untergruppen, sofern sie sauber auf Wikipedia erfasst waren). Ich hatte jedes Naturwunder und jedes Bauwerk von Relevanz mit meinen eigenen Augen gesehen. Mag sein, dass inzwischen einige Neue errichtet wurden, ganz perfekt würde meine Weisheit nicht sein, das war mir klar, aber immerhin bildeten sich keine neuen Länder durch Krieg oder Ähnliches, was meine Reise unnötigerweise verlängert hätte. Nun trat ich also den Heimflug an. Da ich all mein Hab und Gut schon längst verkauft hatte, bat ich Hans-Dieter, mich am Flughafen abzuholen. Er brachte seine neue Frau mit, die er im Supermarkt im Nachbardorf kennengelernt hatte, und seine kleine Tochter. Die Hände in die Hüften gestemmt und mit einem breiten Lächeln sah er mich an, wie ich aus dem Flieger ausstieg.

Er sprach zu seiner Tochter: "Schau genau hin, mein Schatz! Dort kommt ein weiser Mann, der die ganze Welt gesehen hat, von dem kannst du noch was lernen. Hey!" rief er, und winkte mir zu, "sag doch mal etwas Weises!" Ich überlegte nicht lange und sprach: "Erst wenn der letzte Flieger gelandet, der letzte Rucksack geschultert und das letzte Street Food gefressen ist wirst du realisieren, dass Goethe, Tucholsky und Mark Twain kein Internet hatten."
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Nr. 34498
Das hier hab ich mal vor einigen Jahren noch auf KC pfostiert. Wurde damals mit Prezident verglichen (den ich durch den Kommentar erst kennengelernt habe; dafür habe ich dem Bernd nie gedankt).

Geiles Wetter, muss man doch sagen. Endlich wieder was unternehmen können. Nicht so wie die letzten Tage, immer Regen, Sonne, Regen, Sonne, Hagel, Sonne, Regen, Sintflut.
Alles weggeschwemmt. Kein Mensch war mehr auf der Straße, außer den paar armen Teufeln, die auf der Straße sein mussten. Alle anderen suchten Obdach wo sie konnten. Wohl denen, die in ihren Büros ihrer Arbeit nachkamen und bei sich dachten wie gut sie es doch hier haben, Kaffeemaschine in Reichweite, bald fünf Uhr, Feierabend, dann endlich heim, bisschen fernsehen und in ein paar Monaten kann man sich die Anzahlung für den Golf leisten.
Der Regen prasselte weiter auf den Asphalt, das Kopfsteinpflaster der Fußgängerzone und das Holzdach des Brezelstandes, der heute unbesetzt war. Unaufhörlich wurde es immer nasser und nasser, jegliche Geräusche ertranken sofort im Trommelfeuer von Abermillionen kleiner Wassertropfen. Kein Lachen, keine Freude. Kein Smalltalk, keine Lügen. Keine Menschen.
Nur ein gleichmäßiges Rauschen.
Mein Fernseher hat kein Signal mehr. Ich bin plötzlich wach durch das Fehlen von vertrauten Stimmen. Horst, der beleibte Bauer und Angelika, die fröhliche Fleischfachverkäuferin, die sich mit ihren ingesamt rund 400 Kilo dem Zuschauer darboten, waren nicht mehr bei mir. Warum hatte ich den Dreck überhaupt laufen? Wann bin ich überhaupt eingeschlafen? Ich weiß nicht einmal, welcher Tag heute ist oder welche Uhrzeit. Dem Geschmack in meinem Mund nach zu urteilen habe ich es wohl wieder mit dem Bier und dem Schnaps übertrieben - oder ne Katze hat mir reingeschissen. Da ich keine Katze habe, gehe ich mal von Ersterem aus. Jetzt erstmal ein Konterbier, mein Schädel drückt wie drei Kilo Scheiße.
Es regnet wieder. Ich bin allein.
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Nr. 34502
>>34487
Bist du zufällig Fetternst? Musste munzeln. Aber die vielen Punkte können recht anstrengend sein, da kommt man sich vor als würde man taz lesen.

>>34488
Hab herzlich gelacht und musste aus irgendeinem Grunde an die Goethe-Comics denken.
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Nr. 34554
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>>34498
Gefällt mir, hat auch thematische Verwandtschaft mit der Geschichte im OP finde ich, die haben beide den Typ "gestrandete Persönlichkeit" als Protagonist, der an der Banalität der Welt verzweifelt:
>fünf Uhr, Feierabend, dann endlich heim, bisschen fernsehen und in ein paar Monaten kann man sich die Anzahlung für den Golf leisten
>Langsames Kreiseln, bis zum Ende

>>34502
>Bist du zufällig Fetternst?
Wo kein Raum mehr ist, ist auch kein Platz mehr für Fett :3
>Aber die vielen Punkte können recht anstrengend sein
Das sollte Stilmittel sein für die kurzen, abgehackten Gedanken. Habe es vielleicht übertrieben.
>da kommt man sich vor als würde man taz lesen.
Echt, schreiben die auch so? Habe das noch nie gelesen.
>musste aus irgendeinem Grunde an die Goethe-Comics denken.
Goethe-Comics beschde... naja, manche zumindest :3
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Nr. 34555
>>34554
>Echt, schreiben die auch so? Habe das noch nie gelesen.
Ach, das ist so dieser typische Meinungsstil. Sieht man auch bei den großen Wochenzeitungen. Ernst, 33 Jahre. Alleine lebend, arbeitlos. Dabei gut ausgebildet. Eines steht fest: Er will keine Frau sein.
Aber taz muss man echt nicht lesen. Nach dem Weggang von Silke Burmester war da nichts mehr von Wert und gerade erst vor ein paar Tagen hat Ernst auf seiner Firefox-Tab-Startseite wo immer Werbung und irgendwelche SpOn/Zeit/FAZ/Berliner Morgenpost-Artikel vorgestellt werden auch ein Artikel aus der taz wo es darum ging, dass Dicke ja während oder wegen Corona diskriminiert werden, weil keine Ahnung, die taz hat ein arg behindertes Paywallsystem und ich möchte solchem Schund nicht auch noch Klicks bieten.

So, jetzt geh ich erstmal eine Germanstikstudentin klarmachen.
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Nr. 35795 Kontra
Und als er morgens erwachte und sein Kindlein zum Wecken leise an der Schulter rüttelte, da regte es sich nicht und war starr in seinem Bettchen, und er, der letzte Mensch auf Erden, verstand, dass er nun wirklich ganz allein war; entledigte sich seiner Kleider und schritt hinaus aus der kleinen Hütte, barfuß im Schnee, und folgte dem Pfad unter alten Tannen, der ihn hinauf ins große Gebirge führte.
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Nr. 36190 Kontra
Soll ich dir die Geschichte von dem jungen Mann erzählen, der in einem Psychokult aufwuchs, in Bunkern gefoltert wurde, als Sexsklave herhalten musste, floh, das Land verließ und letztendlich in einem Kaff am Polarkreis strandete, wo er in einer Fischfabrik arbeitete, wieder nicht mehr als ein Sklave, in seiner Situation ausgenutzt, und in der Ödnis und Einsamkeit geistig komplett zerbrach und abartige Fetische entwickelte?

Er erwarb ein kleines Hündchen, mit der Absicht, das Tier für die Befriedigung seines entarteten Triebes zu zertreten. Wir fanden ihn 2004 in einem mit Folie ausgelegten Zimmerchen, Nachbarn hatten uns wegen des Gestanks herbeigerufen, auf dem Fernseher lief in Endlosschleife ein Video, in welchem eine Chinesin Welpen mit Baumsägen und Bolzenschussgeräten quälte; er trug eine Perücke, Latex-Tütü und Stöckelschuhe, in seiner Hand ein Fischfiletiermesser, mit dem er sich selbst den Kopf zum Teil abgetrennt hatte, laut Autopsiebericht setzte er das Messer neunzehn Mal an, bis er das Bewusstsein verlor, das Fleisch seines Halses in dicken Lappen herunterhing und sein Schädel fast nur noch von der Wirbelsäule getragen wurde. Dasselbe Messer übrigens, mit dem er vorher noch das Gaffertape durchtrennte, mit dem er das Hündchen gefesselt hatte. Es war kerngesund, als wir es in all dem Blut und dem Dreck fanden.

Du hättest sein Tagebuch lesen sollen. Der Mann war ein guter Kerl, aber die Gesellschaft hat ihn letztendlich zu Tode gequält.
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Nr. 38346
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Ernst hat seine Kurzgeschichte, die er vor ein paar Wochen im Radio aus dem Kopf vorgetragen hatte, niedergeschrieben und noch etwas ausgearbeitet:

Ernst saß im letzten Zug nach Hause. Es war schon lange dunkel, und eine Menge angetrunkenes Jungvolk kommunizierte seinen Alkoholpegel durch einen entsprechend gehobenen Geräuschpegel. Hätte Ernst nicht bequem auf seinem Sitz gesessen, so hätten wohl seine Füße zu schmerzen begonnen. Doch seine Gedanken wurden unterbrochen durch den schrillen Schrei einer jungen Frau, die sich gerade den plumpen Balzversuchen eine Gruppe teuer frisierter Jugendlicher ausgesetzt sah. Es hätte auch die übliche Spielerei sein können, bei der junge Mädchen nachts laut kreischend um Hilfe rufen, wenn sie von Disco-Kevin als Demonstration seiner Potenz hochgehoben und durch die Gegend getragen werden, also ignorierte Ernst das Geschehen. Doch es zeichnete sich ab, dass die Lage zu eskalieren drohte, und die 3 Testosteronrüpel mit schwacher Impulskontrolle immer zudringlicher wurden, trotz inzwischen auch physischer Abwehrversuche des jungen Mädchens. "Fotzen ins Gas" dachte sich Ernst zunächst, doch dann erinnerte er sich daran, dass sein Alignment "lawful neutral" ist und er daher kein Unrecht dulden darf. Wohlwissend um seine begrenzte Kampfkraft und bereits überlegend wie gut er auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereitet war traf er die Entscheidung, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen.

Ernst stand auf, lockerte seine Beinmuskeln für eventuelle Tritte zum Kopf, atmete durch und rief: "Werte Herren, wäre es ihnen möglich die Belästigung der jungen Dame einzustellen? Aufgrund meines Autismus kann ich kein Unrecht ertragen und sähe mich daher zu einem tätlichen Eingreifen genötigt, sollten sie ihre Übergriffe nicht umgehend auf ein gesellschaftskonformes Maß reduzieren." Die Jugendlichen starrten ungläubig in Ernsts Richtung. Immerhin hatte Ernst sie von ihrem Opfer abgelenkt, das war ja schon mal was. Der Jugendliche mit der teuersten Frisur ging auf Ernst zu, baute sich vor ihm auf und sprach: "Ich verstehe ihr Unbehagen, werter Herr, und es ist mir selbst unangenehm, meinen Begattungswunsch so rustikal zu vermitteln, und wir hätten wohl vom gewaltsamen Vollzug abgesehen, allerdings fühlen wir uns durch ihr Eingreifen nun in unserer Selbstbestimmung beschnitten, welche für uns junge Erwachsene ein hohes Gut ist und möchten daher nun - auch im Hinblick auf unseren Ruf beim weiblichen Geschlecht im Hinblick auf zukünftige Begattungsversuche - diese Meinungsverschiedenheit handgreiflich weiterführen."

In diesem Moment holte er aus und versuchte Ernst mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, doch Ernst konnte ausweichen und ihn von hinten zu Boden schubsen. Vermutlich aufgrund des Alkoholspiegels fiel er sehr unglücklich die Treppe zwischen den Abteilen herunter auf den Kopf. Es knackte laut, und er blieb regungslos liegen. Offenbar hatte er sich das Genick gebrochen und war tot. Der zweite Jugendliche, dem das nicht entgangen war, stürzte daraufhin in blinder Wut auf Ernst. Ernst strecke noch schnell seine Hand raus um sich zu schützen, und traf den Angreifer direkt am Kehlkopf, woraufhin der zusammenbrach und nach kurzer Zeit verstarb. Ernst stand nun zwischen 2 Leichen, als der dritte Jugendliche ängstlich nach hinten wich und sein Schlaufon zückte. Ernst hörte nur noch wie er sagte "Zug nach Lauerstadt... umgebracht... Brüder und Cousins mitbringen...", dann schloss er sich im Klo des Zuges ein. Das junge Mädchen war wohl vor Schock in Ohnmacht gefallen, und sonst war niemand mehr im Abteil.
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Nr. 38347
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10 Minuten später hielt der Zug am Bahnhof und Ernst stieg aus. Er hörte quietschende Reifen, und aus den Autos sprangen Leute. Der dritte Jugendliche, der aus dem Zug stürzte, rannte auf die Leute zu und zeigte auf Ernst. Sofort setzte sich die Gruppe in Bewegung und lief auf Ernst zu, der gemächlich den Bahnsteig entlang lief. Die Gruppe, es waren sicher 7 oder 8 Leute, machte aus ihrer Intention keinen Hehl, man sah im Dunkeln einige Messer aufblitzen. Sie stürmten über die Gleise. Ernst wusste sich nicht besser zu helfen und schubste den Ersten zurück als dieser auf den Bahnsteig klettern wollte. Dabei erwischte er unglücklich seinen Arm, woraufhin er sich das Messer in die Brust rammte und verstarb. Der Zweite prallte am Ersten ab und fiel auf die Anderen, die noch im Gleisbett waren, so dass diese vorübergehend immobilisiert waren. Just in diesem Moment fuhr ein ICE durch und massakrierte die komplette Gruppe. Inzwischen waren auch Polizeisirenen zu hören. Ein Streifenwagen hielt auf dem Bahnhofsparkplatz und zwei Polizisten stiegen aus, zogen ihre Waffen und forderten Ernst auf, die Hände über den Kopf zu nehmen. Ernst tat wie ihm befohlen und erklärte den Polizisten was passiert war, und dass es nicht seine Schuld war. Die Polizisten zeigten sich sehr verständnisvoll und lobten Ernst für seinen Mut der jungen Frau zu helfen. Die diversen folgenden Todesfälle waren ja nun offensichtlich auf Zufälle und auf das Fehlverhalten Anderer zurückzuführen, das konnte man Ernst nicht zum Vorwurf machen. Allerdings wiesen die Polizisten darauf hin dass sie trotzdem ermitteln müssten. Vorschrift, kann man nichts machen, und es wäre bereits eine Strafanzeige gegen Ernst eingegangen wegen Massenmordes. Da bei Ernst aber keine Fluchtgefahr bestünde darf er selbstverständlich zuhause bleiben, eine U-Haft würde nicht notwendig sein.

Als Ernst auf den Prozessauftakt wartete entschied er sich auf einen Anwalt zu verzichten. Er hatte schließlich nichts Falsches getan, wozu sich also einen Anwalt nehmen? Das wäre ja fast wie ein Schuldeingeständnis. So vergingen einige Tage, und da Justiz und Staatsanwaltschaft wie gewohnt schnell und unbürokratisch arbeiteten begann der Prozess bereits eine Woche später. Ernst wurde von einer Polizeieskorte abgeholt, die ihn darauf hinwies, dass unter den Jugendlichen, die an jenem Tage unter Ernsts Mitwirkung zu Tode kamen, der Sohn des Bürgermeisters, der Erst und Zweitgeborene des lokalen Mafiabosses, ein bekannter DuRöhrer und die Söhne des Staatsanwalts und des Richters waren. Ernst beschloss dennoch auf einen Befangenheitsantrag zu verzichten und vertraute auf die Professionalität der Staatsdiener, die selbstverständlich Privates von Beruflichem zu trennen wissen würden.

Vor dem Gerichtssaal wartete bereits ein Mob von etwa 5000 Leuten. Offenbar waren sowohl die international aufgestellte Großfamilie des Mafiabosses erschienen wie auch viele weinende Mödchenlüfter des verschiedenen DuRöhren-Sterns. Man sah Plakate mit (unter Anderem) den Aufschriften "Todesstrafe", "Wir wollen Gerechtigkeit" und "Mörder", und das waren nur die zitierfähigen Auswüchse, es gab auch Andere. Einige Reporter des Landesfernsehens waren anwesend und führten Gespräche mit den weinenden Mödchen, und als Ernst mitsamt Polizeieskorte vorbei lief zeigten sie auf ihn und schrien laut "MONSTER!". Nur mit Mühe gelang es der herbeigerufenen Polizeihundertschaft, die aufgebrachte Menge zurückzuhalten. "Keine Sorge" sagte einer der Polizisten zu Ernst, "die sind sonst bei Bundesligaspielen im Einsatz, die wissen was sie machen". Ernst zweifelte aber ohnehin keine Sekunde daran, dass ihm nichts geschehen würde, schließlich war er unschuldig und der Rechtsstaat würde ihn sicher schützen.
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Nr. 38350
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Ernst betrat nun den Gerichtssaal, in dem eine gespenstische Stille herrschte. Zuschauer waren aus Gründen der Sicherheit ausgeschlossen worden, nur einige Pressevertreter, das Gericht und seine Vertreter sowie die Haupt- und Nebenkläger und deren engste Angehörige waren zugelassen. Nach der obligatorischen Identifizierung der Personen wurde die Anklage verlesen, Ernst war angeklagt des mehrfachen Totschlages an insgesamt 10 Jugendlichen. Das Mädchen, welches er schützen wollte, konnte leider nicht identifiziert und somit nicht als Zeugin geladen werden. Der Richter fragte Ernst nun ob er sich selbst verteidigen möchte, was Ernst bejahte, woraufhin ihn der Richter zu einer Stellungnahme zu den Vorwürfen aufforderte. Ernst holte tief Luft und begann seine Verteidigungsrede, die er sich auf dem Weg zum Gerichtssaal überlegt und einige Stichpunkte auf einer Serviette notiert hatte.

"Liebes Gericht, meine lieben Anwesenden. Mit Erschütterung hörte ich die hier verlesenen Vorwürfe. Seien sie versichert, dass ich nur das Beste im Sinn hatte und die seitens von Politik und Gesellschaft so oft geforderte Zivilcourage zeigte, als ich bei der sexuellen Belästigung des armen Mödchens einschritt. Alles, was darauf folge, waren lediglich unglückliche Zufälle, die stets durch die angreifenden Personen selbst ausgeführt wurden, das habe ich ja bei der Vernehmung durch die Polizei schon ausführlich geschildert. Es gibt neben dem Mödchen nur ein Opfer hier, und das bin ich, der sich hier übelsten Beleidigungen und Gewaltandrohungen durch einen Mob der schlimmsten Art ausgesetzt sieht. Ich hoffe doch sehr, dass weder Justiz noch Polizei dem öffentlichen Druck nachgeben und ein Urteil gefällt wird nur um des politischen Friedens willen. Selbstverständlich kann Unrecht nicht plötzlich zu Recht werden, nur weil Tausende es begehen. Ich erwarte, diesen Saal als freier Mann zu verlassen, und dass die vorhersehbaren Attacken auf mich von der Staatsgewalt niedergeschlagen werden. Schließlich darf die Justiz nicht zulassen, dass ein wütender Mob aus rachsüchtigen Mistgabelschwingern ihre Autorität untergräbt. Was für ein Zeichen wäre das für die Zukunft wenn Menschen in ähnliche Lagen geraten wie jetzt, und sich dann nicht auf die Unterstützung des Rechtssystems verlassen können? Und wagen sie es ja nicht mir einen Identitätswechsel anzubieten oder meine Freiheit sonstwie einzuschränken. Im Grunde finde ich selbst die Anklage gegen mich bereits ehrenrührig, ich verstehe allerdings, dass sie alle auch nur ihren Dschob machen müssen, daher lasse ich es über mich ergehen. Aber ich zweifle keine Sekunde daran, dass dieser Prozess in Kürze mit meinem Freispruch endet."
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Nr. 38351
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Ein Augenblick des Schweigens füllte den Gerichtssaal. Dann erhob sich der Richter und applaudierte. Kurz darauf erhoben sich auch der Staatsanwalt und die Pressevertreter und stimmten in den Applaus ein. Die Kläger saßen nur mit weit aufgerissenen Augen da und konnten es nicht fassen. Dann ergriff der Richter das Wort: "Brillant! Hervorragend! Herr Staatsanwalt, wir sind uns hier sicher einig: Das war ein wundervolles Plädoyer, und es hat den juristischen Sachverhalt bereits in der notwendigen Tiefe dargelegt. Wollen sie dem noch etwas hinzufügen?" Der Staatsanwalt schüttelte lächelnd den Kopf, und der Richter fuhr fort: "Nun, wir müssen das ja nicht unnötig in die Länge ziehen. Freispruch für den Angeklagten, die Leichen der Opfer werden posthum zu 3 Jahren Haft wegen versuchten Totschlags verurteilt, die Eltern müssen für die Kosten der Unterbringung und Kühlung aufkommen. Und noch eine persönliche Anmerkung von mir: Mit ihrem rhetorischen Talent steht ihnen jederzeit eine Karriere als Strafverteidiger offen. Wir brauchen gute Leute wie sie. Kommen sie einfach auf mich zu, dann besorgen wir ihnen die notwendigen Zulassungen auf dem kurzen Dienstweg. Und vielen Dank für ihr Verständnis, dass wir diese absurde Klage zulassen mussten, aber sie wissen ja, öffentliches Interesse und so."

Ernst nickte ihm wissend zu und verließ den Gerichtssaal, abgeschirmt von einer Anti-Terror-Einheit der Polizei. Über sich hörte er auch einen Polizei- sowie einen Pressehubschrauber kreisen. Als Ernst durch die Vordertür schritt formte er mit seinen Fingern ein großes V - wie einst Churchill. Die Menge kochte daraufhin über und begann die Polizeibarrikaden zu durchbrechen. Ernst war kurz besorgt, doch offenbar war man vorbereitet, es war schon Einiges an schwerem Gerät aufgebaut, offenbar für genau diesen Fall. Einer der Polizisten sagte zu Ernst: "Keine Sorge, wir lassen es in diesem Land nicht zu, dass Unschuldige angegriffen werden, koste es was es wolle." Ernst war nun beruhigt und bat einige der Polizisten, ihm einen Weg zu der Eisdiele zu bahnen, die sich neben dem Gerichtsgebäude befand. Die Polizeibarrikade war nun zerstört, doch die Wasserwerfer hatten die Menge gut im Griff, und wer es an denen vorbei schaffte wurde zuverlässig durch die Scharfschützen niedergeschossen. Es war rutschig geworden durch das viele Blut, so dass Ernst aufpassen musste dass er sich nicht weh tat.

Das Eis schmeckte köstlich, auch wenn ihm 1,50NG für eine Kugel Wucher erschien.
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Nr. 38359
>>38346
>die er vor ein paar Wochen im Radio aus dem Kopf vorgetragen hatte
Drinvor mauer leer, aber wieso hat Ernst das nicht mitbekomben? Gibt es einen Mitschnitt? Soviel lesen ist echt anstrengend, weißt du? ;L_M;
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Nr. 38371
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>>38359
>aber wieso hat Ernst das nicht mitbekomben?
Vermutlich hast du Bild relatierte Sendung nicht gehört, ich denke dass ich es da drin hatte
>Gibt es einen Mitschnitt?
Mir ist keiner bekannt, aber die Geschichte in der Sendung war auch bei weitem nicht so ausgestaltet, weil aus dem Kopf erzählt. Die war bestenfalls sinnverwandt.
>Soviel lesen ist echt anstrengend, weißt du? ;L_M;
Ja, Junge, Alde, es sind nun mal Kurzgeschichten, echt jetzt, und Kurzgeschichten sind halt zum Lesen.
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Nr. 38452
>>36190
>pfostiere mit Kontra
>keiner kriegt es mit
TEUFLISCH

Dies gesagt, hast du zufällig unlängt American Psycho gesehen oder gelesen?
Denn der zu zertretende Welpe ist doch arg spezifisch.

GOTTVERDAMMMT FAHR DOCH!
Mein Auge zuckt schon wieder. Jedes Mal wenn ich auf der Straße bin, überkommt mich diese Unruhe, diese Unfähigkeit, Gegebenes zu akzeptieren und ataraktisch meinem Ziel entgegenzurollen. Road Rage nennt man das in der Anglosphäre.
Eigentlich bin ich ein netter Kerl, umgänglich, höflich, lebensbejahend. Ich habe ein Herz für kleine Tiere und afrikanische Kinder - ist ja fast das Selbe.
Nur auf der Straße, da bricht mein zweites Gesicht durch. Naja, vielleicht auch mein Erstes. Da bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher.
Ich sehe LKWs vor mir und fluche. Ich habe eine Frau vor mir und fluche. Rentner? Check. Fahrradfahrer? Check. Vor allem die. Immer in den uneinsehbaren Kurven. Ich hänge im ersten Gang hinter diesem drahtigen Esel, warte bis die Kurve vorbei ist und gebe Gas. Ich höre nur einen dumpfen Knall, ein Kratzen und schon ist der radfahrende Untermensch aus meinem Blickfeld verschwunden. Ich merke, wie ich über zwei Hubbel fahre. Meine Laune bessert sich. Leider unmöglich im echten Leben.
Ich warte also, bis die Kurve einsehbar wird und ziehe vorbei. Ich schimpfe ihn nichtmal an oder zeige ihm den Finger. Das gehört sich nicht.
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Nr. 41885
Stoß weil eigentlich guter Faden, auch wenn Ernst ein untalentierter Bastard ist und nichts beitragen kann ;_;
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Nr. 41886
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>>41885
Der Trick ist zu ignorieren dass man ein untalentierter Bastard ist und trotzdem was beizutragen.
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Nr. 41903
Das Ding in dem Glaskasten mit dem Metallrahmen dachte nach. Es versuchte es zumindest - oder bessergesagt, es versuchte, sich seiner selbst zu erinnern.
Vor ihm rot, hinter ihm weiß, rundherum Dunkelheit.
Schwach waren noch die Silhouetten von Bäumen auszumachen, die sich noch ganz leicht gegen den nicht gänzlich schwarzen Himmel abhoben.
Hin und wieder verschwammen das Rot und das Weiß, aber es war ohnehin klar, dass es ein einziger Organismus ist. Eine brummende, keuchende, kreischende Kreatur, die sich unentwegt, mal mehr und mal weniger intensiv, über das Land wälzt.
Das Ding in dem Glaskasten mit dem Metallrahmen fragte sich, wie komplex ein Organismus sein kann und ob er sich Gedanken machen könnte über den Sinn seiner Existenz. Das Ding in dem Glaskasten mit dem Metallrahmen war sich nicht sicher, ob es Teil davon war, oder jemals kein Teil davon gewesen war.
Alles was es sah, war rot vor ihm, weiß hinter ihm, manchmal verschwimmend und endlos.
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Nr. 41909
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Licht Hunger Titten saugen Windel voll krabbeln laufen Kindergarten Schule Hurrensöne Mittelstufe Hausaufgaben warum sagst du nie was Praktikum Oberstufe ich sehe dich mehr als Freund Führerschein Drogen Abitur ein halbes Jahr in Australien Auto Studium Arbeit Arbeit tut mir leid ich bin verheiratet TÜV Arbeit Arbeit warum besuchst du uns so selten Arbeit Arbeit TÜV Arbeit Arbeit das macht 5000NG für Grab, Sarg, Grabstein und Beerdigung Arbeit Arbeit TÜV das macht 5000NG für Grab, Sarg, Grabstein und Beerdigung Arbeit Arbeit TÜV Rente Rente Garten Rente Rente Heim Krebs Tod.

>>41903
Habe ich zwar nicht verstanden aber finde es trotzdem gut!
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Nr. 41916
>>41909
Geil, jetzt bitte jemand ein paar Schrammelgitarren aufnehmen, dann haben wir schon einen neuen Tracks fürs nächste Ernstalbum :3
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Nr. 41943
>>41909
Gefällt mir.

>>41916
Dies!

Ich sollte auch mal wieder was schreiben. Habe auf alt KC auf /l/ mal 8 Wochen lang einmal pro Woche eine Kurzgeschichte pfostiert. Woher habe ich damals nur die Energie dafür genommen?
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Nr. 42071
Kurzgeschichten ohne Champman Fucker? Ich denke NEIN!

Champman Fucker ging über die Straße, seine Hosentaschen waren voller Kohle. Champan Fucker ist 27 Jahre und gibt keinen Fuck. Augenringe bis zum Boden und so scheiß viel Kohle dieser Fucker hat vor die Welt zu seiner Sklavin zu machen. Geh auf die Knie Fotze und lutsch meinen Schwanz. Er ging über die Straße und fickte die Welt gedanklich in den Mund und dann kuckt irgend Einer blöd, Mutterficker das war ein Fehler niemand kuckt Champman blöd an du wirst massakriert du Hure. Champman zückt sein Rasiermesser und schreit: MUTTERFICKER WAS KUCKST DU SO BLÖD???
Der Mutterficker dreht sich zu Champman um, der Mutterficker ist eine 80 jährige Oma die ihn verängstigt anschaut. Champman gibt keinen Fuck wie alt ein Mutterficker ist wenn er blöd schaut wird er gekilled aber die Oma fuck die ist einfach hässlich wie Fick, die kann nichts dafür die schaut immer blöd. Nochmal Glück gehabt Oma.
Wohin geht Champman dieser Mutterficker er hat keinen Plan er will einfach ficken einfach mal ballern yeah yeah gute Laune hat er schon. Der Kopf von Champman ist voll mit Stuff mit irgend einem Scheiß Stuff den keiner braucht, Unrat irgend eine scheiße im Kopf aber yeah gute Laune hat er trotzdem auch tonnenweise Stoff im Kopf und die Kohle in den Hosentaschen vielleicht schnell mal eine Hure ficken gehen.
Champman geht in ein Puff und fickt eine Hure dann geht er wieder nach Hause und legt sich schlafen.

To be continued...
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Nr. 42102
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>>42071
Champman ist einfach der krasseste Mutterficker, die Omma soll besser aufpassen wen sie so blöd anglotzt. Für mehr Stuff direkt aus Champmans Kopf!
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Nr. 42208
Bernd wäre auch gerne ein talentierter Autor so wie die Ernste in diesem Faden. Wie inzu kühle Geschichten schreiben? Gibt es da ein Patentrezept? Ernst trinkt zum Beispiel gerne Bier und redet Scheiße. Ist das eine Basis?
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Nr. 42209
>>42208
Das ist sogar die beste Basis überhaupt.
Bukowski.jpg

Man muss einfach schreiben. Je mehr man schreibt desto besser wird man. Viel lesen hilft auf jeden Fall.

t. untalentierter Autor
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Nr. 42210
>>42209
>Das ist sogar die beste Basis überhaupt.
Sauber :3

>Bukowski.jpg
Da hat Ernst sogar das eine oder andere Buch hier. Henry Miller habe ich auch gerne gelesen. Unvergessen die Dreizehnjährige (?) die ihm im Flur vor seiner Pariser Wohnung einen Haufen vor die Tür setzte, weil er sich weigerte sie zu ficken. Das fand ich schon ziemlich krank.

>Man muss einfach schreiben. Je mehr man schreibt desto besser wird man.
Viel hilft viel? Aber wenn man immer nur langweiligen Mist schreibt, dann schreibt man sich doch in eine langweilige Mistschiene, oder?

>t. untalentierter Autor
Du bist bestimmt ein supertalentierter Autor! Was hast du denn so geschrieben?
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Nr. 42211
>>42210
> Was hast du denn so geschrieben?

Schreibe schon ewig kaum noch was. Hier paar sehr alte Sachen https://schreibzeugtisch-blog.tumblr.com
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Nr. 42221
>>42211
Liest sich ziemlich abwechslungsreich. Hattest offenbar viele Ideen. Wieso hast du aufgehört?
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Nr. 42235
>>42221
Gute Frage. Keine Ahnung um ehrlich zu sein. Ich sollte auf jeden Fall wieder mehr schreiben.
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Nr. 42296
Im Jahre 2010 veröffentlichte Ernst auf Alt-KC mal eine kleine Geschichte mit dem Namen Bernd und wie er die Welt sah.
Sie kam damals recht gut an, aber heute muss Ernst sich doch ein bisschen für seinen ichbinsokluk-Schreibstil schämen, manchmal aber auch darüber schmunzeln.
Wie dem auch sei, zu Eurem Vergnügen:

Es war heiß. Richtig heiß. Ein Außenstehender hätte meinen können, die Leute im Hörsaal würden gefoltert. Aus der ersten Reihe kam erschöpftes Schweigen, während die Letzte eher schweigsam erschöpft war. Bernd Liefert gehörte einer kleinen Gruppe von Studenten an, die sich in Hoffnung auf eine gemütliche Vorlesung so weit hinten wie möglich niedergelassen hatte. Er wurde zusehends unruhiger, rutschte auf der - wohl unter grober Missachtung sämtlicher Erkenntnisse und Forschungen auf dem Gebiet der Ergonomik gebauten - Sitzbank hin und her und fühlte sich im Großen und Ganzen ziemlich unwohl. Eine klamme Schicht unangenehmer Feuchte benetzte die Oberfläche seiner Stirn, ein Umstand, über den sein Mund wohl sehr froh gewesen wäre, denn der war in etwa so feucht wie die Möse einer 4000 Jahre alten ägyptischen Mumie. Sogar der Geschmack passte Bernds Meinung nach, woraufhin sein Nachbar ihn als Ätzschwein bezeichnete - was Bernd zwar belustigend fand, aber dennoch nicht im geringsten seine Qualen lindernd. Im Gegenteil, die zusätzliche Bewegung erhitzte sein Gemüt (sowie seinen restlichen Körper) nur noch mehr, was ihn zu einem gequälten Stöhnen bewegte, welches sogar dem Professor auffiel, der ihn fragte, was denn der Lärm solle und warum er Geräusche mache wie ein drittklassiger Pornodarsteller; Bernd legte ihm seinen Standpunkt bezüglich der obszön hohen Temperatur dar und warum diese seine Konzentration schwäche und dass er wohl besser stöhne als ein drittklassiger Pornodarsteller und war gerade im Begriff eine Grundsatzdiskussion über Conny Dachs zu beginnen, als ihm der Professor entgegnete, es könne ja gehen, wem zu heiß sei. Zwei Minuten und ein wenig Lärm später waren alle ins Freibad verschwunden.

Bernd gefiel es hier wesentlich besser als im stickigen Vorlesungssaal, obschon die Temperatur sich nicht wesentlich von ebenjenem unterschied – im Gegenteil, man musste aufpassen, sich immer außerhalb direkter Sonneneinstrahlung zu bewegen, um nicht wie ein Haufen Gerste geröstet zu werden – und er immernoch sehr heiß hatte. Zumindest versprach das Wasser Erfrischung. Das Bad war relativ voll, außer seinen Kommilitonen waren erstaunlich viele Kinder anwesend. Wahrscheinlich alles Schwänzer, dachte Bernd bei sich und erinnerte sich an seine Schulzeit, während der er selbst oft die Schule schwänzte. Allerdings nicht, um ins Freibad zu gehen – ein Vorhaben, welches durch seine natürliche Blässe und seinen doch nicht geringen Bauchumfang zu einem eher unangenehmen Unterfangen geworden wäre (Nicht, dass sich mittlerweile viel geändert hätte – Bernd sah noch genau so aus wie in seinen besten Jahren, abgesehen von dem unansehnlichen Halsbart, der seit einiger Zeit sein Kinnäquivalent schmückte).
Nein, Bernd ging nicht in die Schule, da er sich zum Einen unterfordert fühlte, zum Anderen von der Unterschicht (Nebenbei bemerkt ein grauenhafter Ausdruck, den er selbt zwar nicht mochte, aber mangels besserer Alternativen wegen Unkreativität als ausreichend genug ansah, seine Verachtung für die ihre Ignoranz Feiernden zu verbalisieren) belästigt. Dass er andauernd verprügelt wurde, weil er über das Elend andrer lachte, verdrängte er gerne. Bernd wurde jäh aus seinem sentimentalen Worst-Of gerissen, als einer seiner Kommilitonen die Leute zu einem Wasserballspiel aufforderte. Bernd lachte innerlich über all die Lämmer, die, kaum dass etwas nach „Spaß“ und „körperlicher Betätigung“ - in Wahrheit aber nach sozialem Miteinander und der Chance, sich zu profilieren und beliebt zu machen – aussah, wie Lemminge, die vom Lemma der „guten Laune“ in Bewegung gesetzt, wie als hätten sie nur aufs Stichwort gewartet, aufsprangen und gut gelaunt in ihr Wohlfühlleben rannten, während Bernd, seit jeher eher unsportlich bis faul, auf seinem David-Hasselhoff-Badetuch liegenblieb, welches ihm seine Großmutter einmal geschenkt hatte und das er zu faul war auszuwechseln, da ihm Aussehen in der Tat nicht wichtig war und es ohnehin mit dem Verlust finanzieller Kontingente einherging, ein neues Badetuch zu kaufen. Bernd freute sich über seine scharfsinnigen Beobachtungen und eleganten Formulierungen.

1/?
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Nr. 42297
>Nach außen hin gibt Bernd sich höflich, aufgeschlossen, fröhlich und humorvoll. Er diskutiert mit seinen Mitmenschen, geht auf seine Umgebung ein und erweckt den Anschein eines normalen Bürgers mit durchschnittlich 6-10 mal Sex pro Monat. Doch unter seiner Totenmaske ist Bernd ein Anderer. Er ist launisch, bipolar und melancholisch. Er hat seine lichten Momente, hauptsächlich dann, wenn er jemanden hat, der hört, was er sagt - nicht zu verwechseln mit dem, was er zu sagen hat. Es geht nur um die reine Aufnahme von mehr oder weniger artikulierten Lauten, die im Gehirn einen „Sinn“ erhalten. Im Prinzip braucht Bernd also nur einen Adressaten. So fühlt Bernd sich nicht allein. Er kann dann Witze reißen, die sein Gegenüber ekeln sollen, befremden, vielleicht auch belustigen, je nach Einstellung/Intelligenz/Verdorbenheit. Keiner versteht Bernds Witze. Daher kam Bernd zu dem Schluss, eine Insel der Intelligenz in einem schier endlosen Ozean von Pisse zu sein. Wie Magellan, denkt er. Magellan ließ einmal ein 700 Meter langes Seil in das Meer hinab, ohne auf Grund zu stoßen. So folgerte er, das Meer sei unendlich tief. Passt doch, denkt Bernd: Die Anderen sind so unendlich dumm wie mein Charakter tiefgründig.
Ich bin der einzige vernünftige Mensch auf diesem Planeten.<

Bernd saß immernoch auf der Wiese im Freibad. Er hatte sich ncht bewegt, seit man das Freibad aufgesucht hatte. Er hatte sich erklärt mit Krämpfen, gerade eingenommenem Essen, eben dem Üblichen. Um keinen Verdacht zu erwecken, belästigte er einen seiner Kommilitonen mit mehreren Theorien über die Gefahren des Schwimmens mit vollen Bauch, unter anderem dem erhöhten Kotabgangsrisiko und dem Produzieren von Schwimmbadpizzas bei zu großer Anstrengung. Bernds Kommilitonen waren diese Art von Gespräch gewöhnt und sahen großzügig darüber hinweg, da es sowieso niemanden interessierte.
Als sich die Sonne drohend über dem entfernten Hügelkamm zu senken begann, beschloss man, das Freibad zu verlassen und seiner Wege zu gehen. Bernd hatte heiß.
Er hasste die Abendsonne. 19 Uhr, Sonnenbrandgefahr. Leise verfluchte er diese Welt.
Bernd machte sich auf den Heimweg. Er besaß kein Auto, da er nicht reich genug war. Bernd war insgesamt eher als armselig zu bezeichnen, während er sich selbst lieber als ärmlich sah. Das Studium konnte er sich nur leisten, weil er vor einiger Zeit von seiner Großmutter einen gewissen Betrag geerbt hatte. Er dachte zu der Zeit viel darüber nach, wie er das Geld am besten einsetzen könne und kam zu dem Schluss, dass es wohl in ein Studium am besten investiert wäre. Es reichte gerade so. Bernd wohnte zum Glück zuhause in einem Speicherzimmer und nur wenige Kilometer von seiner Uni entfernt. Obwohl er Laufen hasste, ging er meist zu Fuß, denn er wollte nicht mit der S-Bahn fahren aus Angst vor Übergriffen; natürlich mag jetzt der geneigte Leser einwerfen, dass Laufen doch ebenso gefährlich sei und man alleine und zu Fuß noch leichtere Beute ist für jegliche Art von Halsdurchschneider, Meuchelmörder und Räuber – Bernd jedoch ging lieber zu Fuß, da er den freien Himmel, der heute in einem Rotschimmer glänzte, dem grauen oder anderfarbigen Dach eines Bahnwaggons vorzog. Das und seine undiagnostizierte klaustrophobische Neigung.
Bernd kam ohne Blessuren zu Hause an. Seine Mutter begrüßte ihn nicht, denn sie war nicht anwesend. Nach dem Tod ihres Mannes, der gleichzeitig Bernds Vater war, zog sie sich mehr und mehr zurück, während sie paradoxerweise immer länger arbeitete. Bernd wusste nicht, wie sie an ihrem Arbeitsplatz auf diese Weise bestehen konnte, aber er vermutete, dass sie sich nur hier so gab, wie sie sich gab. Bernds Mutter arbeitete in einer Fabrik für Sexspielzeug.
Bernd legte sich auf sein Bett und ging wie jeden Abend noch einmal alles durch, was er heute zu lernen hatte. Zumindest eine Sache, auf die er stolz war. Er hatte in seinem Leben noch nichts erreicht, die Reifeprüfung mittelmäßig bestanden und war ansonsten sehr träge und faul. Allerdings hatte er sich von Anfang an bemüht, hatte gelernt, regelrecht studiert und dies auch konsequent durchgehalten. Der Traum von einem guten Abschluss und einer Stelle im Ausland, die ihm im besten Fall auch noch gefiele hatte ihm das nötige Durchhaltevermögen gegeben. Die einzige Klopapierrolle in einem Pfad von Scheiße, dachte Bernd.
Nach dem Lernen reflektierte Bernd noch kurz über den heutigen Tag und legte sich schlafen, bereit für eine weitere unruhige Nacht voller Zweifel und unbegründeter Panik.
Bernd konnte in einer Woche an vielleicht zwei Tagen durchschlafen – wenn er denn Glück hatte. Oft lag er stundenlang einfach da, starrte an die Decke und war nicht imstande, auch nur annähernd sein Lid zu senken. Dann schreckte er wiederum auf, weil er doch kurz eingeschlafen sein musste, obwohl er schwören konnte, das Bild seiner weißen, schmucklosen, abgrundtief hässlichen Decke nicht einen Moment aus den Augen gelassen zu haben, wobei er sich immer sicherer wurde, dass die Decke versuchte, ihm Nachrichten zu übermitteln, während es manchmal vorkam, dass einfach Ameisen auf ihr krabbelten und fleuchten. Bernd wohnte in einem Haus mit einem sehr pedantischen Hausmeister und wusste, dass dieser jeder Ameise, die auch nur auf einen Meter an das Haus herankam, sofort und unwiderruflich, auf eine Art, die selbst einen KZ-Aufseher grausen ließe, umbrachte; Bernd hatte ihn schon einmal gerufen wegen der Ameisen an seiner Decke, erhielt dafür ein Rearrangement seiner Möbel, beinahe eine Vergiftung mit E605 und den Rat, bloß keine Essensreste herumliegen zu lassen. Der Hausmeister fand nicht eine Ameise oder auch nur Teile davon. Bernd glaubte, wahnsinnig werden zu müssen.
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Nr. 42298
Der nächste Tag brachte – nach Bernds Maßstäben – unendliche Pein. Er war in einer Vorlesung zu laut gewesen und vom Professor, einer vom alten Schlag, der die Studenten gerne bloßstellte, bloßgestellt und zutiefst gedemütigt worden. Bernd war in Tränen ausgebrochen. Er kam mit Kritik nicht klar, die kleinste Bemerkung war wie ein Todesurteil, eine Aberkennung seines Wertes, ein Deportationsbefehl. Mit Gleichaltrigen konnte Bernd umgehen, da er sich ihnen überlegen fühlte und somit gegen ihre Worte gefeit war; bei Professoren, die Bernd eher als gleichrangig und ihm ebenbürtig ansah, war das etwas anderes. Diese Menschen hatten Macht, Autorität, etwas, das Bernd auch erreichen wollte. In gewisser Weise hatte der Professor den Vater ersetzt. Jeder Professor hatte die Autorität zu sagen, wie was wann warum und wo gemacht wird. Bernd fühlte sich wie ein Kind, keine Verantwortung. Keine Macht.
Bernd lag im Bett seit etwa 11 Uhr. Er hatte schnell aufgehört zu weinen, sah Gefühlsausbrüche als Schwäche an. Über den Vorfall nachzudenken hatte er nicht aufgehört. Er drehte seinen Kopf nach rechts. Sein Digitalwecker zeigte 1:43 an. Er war erstaunt über die Tiefe der Nacht und wie lange man sich an einer solchen Sache aufhängen konnte. Er sah wieder zur Decke, die zwischenzeitlich lebendig geworden war und bevölkert mit einem ganzen Ameisenvolk, wie es schien. Die kleinen Insekten verliehen dem tristen gräulich-dreckigen Farbton die nötige Bräune, obwohl Bernd nur das gespenstische Schauspiel eines tausendfachen Pandämoniums im Kleinformat wahrnahm, von Schatten, die hin und her wogten, bald sich ballten, bald auseinanderstoben zu immer neuen, grotesken Formen. Bernd musste unweigerlich an Shub-Niggurath denken. Wie eine lovecraft'sche Fieberfantasie tänzelten die dunklen Massen über ihm. Keine Ameise fiel runter oder machte sich daran, zu ihm zu kommen. Er fühlte sich unendlich allein, als wäre das Universum zum Greifen nahe und er der einzige Bewohner im Umkreis von unendlichen Lichtjahren und Dimensionen. Bernd oktroyierte sich der Gedanke, aus dem Fenster zu springen und seiner Existenz endlich ein Ende zu bereiten. Er hatte fast noch nie an Selbstmord gedacht oder Suizid oder Freitod - ein Terminus den er eigentlich bevorzugte, denn was ist ein Mord? Doch nur eine bösartige Tötung mit Vorsatz aus irgendwelchen niederen Motiven, eine Tat, die Bernd nie begehen könnte, nein, er würde sich nie hinablassen auf das Niveau des Pöbels. Sollte er je jemanden umbringen, dann aus einem edlen Beweggrund. Am besten etwas Heldenhaftes wie ein Kind vor einem Entführer retten oder sein Land vor Eindringlingen. Sterben erschien ihm in diesem Moment als wirklich komfortable und einleuchtende Lösung, woraufhin er sich wieder seinem vorigen Gedanken besann: Selbstmord, eine irreführende Begrifflichkeit. Denn Freitod ist kein Selbstmord. Freitod ist – ein freier Tod. Eine Entscheidung, die nur Bernd fällen könne und nur er. Kein Professor würde ihm je zum Freitod raten. Bernd war Alleinherrscher über sein Schicksal; wie ein Alleinherrscher konnte auch er über Leben und Tod frei entscheiden. Alles im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte et cetera, imaginäres Testament. Bernd konnte wieder lächeln, es war ein grimmes Lächeln. Er wollte der Welt den Stinkfinger zeigen. Ein Exempel statuieren. Diese Welt hatte ihn nicht verdient, er war zu gut. Punkt.

>Keine Verschwendung von Potential an Mittelmäßigkeit, keine Autorität. Nur die Würmer. Besser die als ihr! Freitod, wie wahr. Das passt. Passt zu mir. Ich wähle meinen Tod frei. Und zwar nicht aus Verzweiflung. Hass, Abscheu. Ihr kriegt mich nicht. NIEMAND! KRIEGT MICH! KRIEG, ICH! Ich, Krieg. Krieg. Ich. Ich. Krieg. Krieg. Krieg.<
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Nr. 42299
Bernd stutzte. Die Ameisen bewegten sich plötzlich anders als vorher. Nicht mehr so chaotisch, nicht mehr so unwirklich. Systematisch. Sie begannen, sich zu formieren. Bildeten Muster. Bernd sah im Dunkeln nicht genug, war aber zu erstaunt, fasziniert und erschrocken gleichzeitig, um Licht zu machen. Er begann, Konturen wahrzunehmen. Langsam, ganz allmählich, klärten sich die Massen, teilten sich zu waagrechten und senkrechten Linien, manchmal auch Diagonalen. Bernd hatte eine Erektion, dass er glaubte, gleich sein Glied explodieren zu sehen. Er erlebte gerade eine Epiphanie. Er sah in Gottes Antlitz. Er sah die kosmischen Geheimnisse (in Wahrheit war das natürlich eine Neurose und ein inoperabler Hirntumor, aber Bernd erfuhr diese Umstände nie). Bernd spritzte ab, so hart und viel, wie er noch nie vorher ejakuliert oder sich vorgestellt hatte zu ejakulieren. Bernd war glücklich. Kein Freitod mehr. Nur noch die Ameisengötter, deren Diktat das einzige war, dem er sich von jetzt an beugen sollte. Er sah Botschaften von weit her. Sie befahlen ihm, weiterzuleben. Die Uni abzubrechen. Sein Leben nicht mehr zu vergeuden. Rache an der Menschheit zu üben.
Bernd war bereit, alles zu tun, was nötig sein würde. Es würde kein blutiger Feldzug werden, keine Massenvernichtung – obwohl, ein paar Tote würden unvermeidbar sein. Bernd wollte keine Waffengewalt, keine Völkermorde, keinen atomaren Holocaust, keine Vergewaltigung, keinen Weltkrieg; denn dies alles waren die Mittel der Anderen, Wertlosen, die ihre eigene Irrelevanz im Universum mit möglichst lauter Stimme zu negieren und auf immer neue Art ihre Wichtigkeit zu betonen versuchen. Er wollte sich schlicht und ergreifend an der Menschheit rächen. Auf seine Weise. Er wusste nur noch nicht genau wie.
Die sechsbeinigen Mikrogötter halfen. Bernd sah sie sich wieder neu formieren, diesmal zu einer Art Quadrat, um das in kleinen Kreisen die restlichen Ameisen umherwanderten, mit bedächtiger Geschwindigkeit. Bernd glaubte, Tantren zu hören. Bernd spürte mit einem Mal ein Kribbeln in seinem Arm. Er hob ihn und kratzte. Das Kribbeln hörte nicht auf, im Gegenteil: Es wurde schlimmer. Es bewegte sich. Das Kribbeln breitete sich auf seinem Arm aus. Er sah ihn an. Seine Haut war mit Pusteln übersät, die zwar nicht rot waren, sich aber bewegten und Bernd zu einer spontanen Blasenentleerung veranlassten. Er kratzte unaufhörlich an seinem Arm, bis er endlich durch die Haut gekommen war. Dann kam sie über ihn, die Erkenntnis der Natur der Pusteln, zusammen mit einer Woge von Ameisen, die nun aus seinem Körper brachen wie Blut aus einem Menschen mit Marburg-Fieber. Bernd wurde ohnmächtig.
Als er aufwachte, wusste er, was zu tun war. Sein Körper war vollständig unvernarbt außer einem durch wildes Kratzen verursachten Loch am Arm. Er wusste nun, was seine Aufgabe war und wie er sie zu erreichen hatte. Alles war klar. Die Ameisen waren verschwunden. Doch es würde schwierig werden. Bernd wusste, dass Gewalt nur in Gegengewalt und Terror ausartete, abgesehen davon, dass er von Anfang an keine Massenvernichtung geplant hatte. Er musste die Menschen anders treffen, nämlich in ihrer Seele, sofern dieses abstrakte Gebilde, das einmal ein Schamane, Druide, weiser Urmensch oder ein Lügner in die Welt gesetzt hatte, um den ständigen elektrischen Fluss in unserm Gehirn, der das Bewusstsein antreibt, zu erklären.
Der Plan war simpel und kompliziert zugleich und Bernd verbrachte Monate mit der Planung und Vorbereitung. Er brach die Uni ab, verließ sein Zuhause ohne Nachricht oder Abschied und fing an, Drogen zu verkaufen und zu Betrügen. Scheiß auf die Menschheit, schlag sie mit ihren eigenen Mitteln. Bernd war sogar so gut im kriminellen Metier, dass er so viel Geld zusammenbekam, dass er sich mittlerweile ein Auto hätte kaufen können (und nebenbei bemerkt auch einigermaßen gut leben). Bernd arbeitete nur an seinem Plan. Er lebte lange in einem Verschlag in einem verlassenen Industriegebiet - einer kleinen Stadt in einem kleinen Mikrokosmos mit eigenen Naturgesetzten, wie es ihm schien.

Er sah für Monate kein Sonnenlicht, wofür er schlussendlich belohnt wurde mit einem schweren Sonnenbrand, als er nackt ins Freie lief, weil sein Plan – bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und mit allen Finessen versehen – endlich fertig war und er sehen wollte, welche Jahreszeit denn nun genau sei, obwohl er schon auf Sommer getippt hatte, da er wieder Sturzbäche zu schwitzen begonnen hatte.
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Nr. 42300
>Bernd ist bereit, alles zu tun, was nötig sein wird. Bernd ist fertig mit der Welt. Menschen interessieren ihn nicht mehr. Er stellt nicht einmal mehr Überlegungen über die anstandslose Konformität seiner Umwelt an oder lacht innerlich darüber. Es ist ihm alles egal. Er ist sich selbst egal. Er will nur sein Ziel erreichen. Den Ameisengöttern zu Ehren gereichen. Er will weg von der Welt, doch nicht ohne eine finale, gleichermaßen fatale Konfrontation. Er macht sich fertig. Ein letztes Mal rasieren. Ein letztes Mal die Haare scheren. Ein letztes Mal waschen.<

Bernd hatte sein Ziel erreicht. Er stand inmitten der großen Moschee in Mekka auf der Kaaba. Es war Pilgerzeit. Nicht mehr lange und er würde seine Rache an der Menschheit üben. Bernd hatte sich überlegt, wie er die Menschen am Besten treffen könne. Er war zu dem Ergebnis gekommen, dass er nicht alle Menschen gleich berühren könne, also war er dazu übergegangen, möglichst viele Menschen auf einmal beleidigen zu wollen. Er hatte sich dazu auf der Kaaba positioniert mit mehreren Utensilien, die er zur „ultimativen Empörung“, wie er seine Operation unkreativerweise - in Ermangelung besserer Einfälle und weil ihm der Name ohnehin nicht wichtig war - genannt hatte, mitgebracht hatte. Es war zwar schwer gewesen, jenen Punkt, an dem er sich jetzt befand, zu erreichen, aber er hatte es geschafft. Allein das sollte schon reichen, alle Moslems dieser Welt (immerhin etwa 1,2 Milliarden an der Zahl) zu erzürnen.
Nun wurde es Tag. Bernd hielt sich klein, er wartete auf den richtigen Augenblick, auf die Zeit, zu der der Innenhof der Moschee so voll war wie das große Oktoberfestzelt. Wie er dieses versoffene bayrische Dreckspack verachtet hatte. Er dacht ataraxisch an seine innerlichen Wutausbrüche zurück und an diese Art von Formulierungen, die er mittlerweile zugunsten einer höheren Bewusstseinsstufe hinter sich gelassen hatte. Ihm war nicht klar, wie viel seiner bäldigen Aktion an die Öffentlichkeit treten würde und wieviel davon verstanden werden würde, aber er war sich sicher, dass man sich weltweit nicht unerheblich empören würde.
Das Gebet begann. Bernd wartete eine halbe Stunde und richtete sich auf. Er war kotverschmiert und hatte sich in die Brust geschnitten. Blut lief ihm über den Körper. Um seine Lenden hatte er sich mit knetgummiartigen Stücken geschmückt. Er nahm eine Bibel in die Hand und fing an, die Seiten zu zerreißen. Der erste Pilger wurde aufmerksam. Bernd nahm eine Torah und zerriss diese ebenfalls. Koran in Fetzen. Bernd urinierte mit einem Anschein des Genusses auf den vor ihm liegenden Papierhaufen. Verstimmung machte sich unter ihm breit. Bernd griff in seine Tasche und nahm Geldbündel heraus und Benzin. Er entzündete das Geld und warf es in die Menge. Er griff wieder in seine Tasche. Nahrung, flambiert, als milde Gabe fürs Volk. Bernd holte eine Thermoskanne aus seiner Tasche. Auf ihr klebte ein Bild von Mao Zedong, in ihr steckte rohes Kalbsschnitzel. Bernd ließ einige Tropfen Urin auf das Schnitzel ab, mit dem Rest begoss er die geschändeten heiligen Schriften. Bernd schrieb mit seinem Blut ein „Sieg Heil“ auf den schwarzen Quader und begann, Geschlechtsverkehr mit dem Kalbsschnitzel. Nekropädophil, verdammte Baumknutscher.
Nach einigen Stößen traf ihn ein Schuss in die Schulter. Bernd ließ sich davon nicht beeindrucken. Bald würde eh alles vorbei sein. Er drückte fest und entleerte seinen Darm auf die amerikanische Flagge, die er schon des Nachts ausgebreitet hatte. Bernd beschäftigte sich nicht lange mit dem Schnitzel, denn die einzige Empfindung die er noch hatte, war Lust. Er kam nach so kurzer Zeit, dass auch der Schuss, der ihn in den rechten Lungenflügel traf, ihn nicht mehr aufhalten konnte, geschweige denn die Ladung Sperma, die geradewegs auf dem Buch der Bücher und den anderen Büchern der Bücher landete. Bernd wurde schlecht, er bekam keine Luft. Er steckte sich den Finger in den Hals und brach von seiner Kanzel der ultimativen Empörung einen Schwall mitten in die Pilger. Dann ließ er sich auf der Kaaba nieder, von einer Kugel in den Hals treffen und drückte den Knopf an der kleinen Fernbedienung, die er die ganze Zeit griffbereit hatte. Der Plastiksprengstoff um sein Becken detonierte.

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Nr. 42394
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Ernst munzelte, kühle Geschichte mit maximaler Kantigkeit am Ende, aber genau dafür ist die Jugendzeit da. Wie soll man denn gescheit gegen die Gesellschaft rebellieren ohne kantig zu sein? Und den ichbinsokluk-Schreibstil findet Ernst passend um einen Protagonisten zu vermitteln, der mit der Welt abschließt. So jemand kann ja weder in seinem Handeln noch in seinem Ton maßvoll sein. Dieser Satz hat Ernst besonders gut gefallen:
>dies alles waren die Mittel der Anderen, Wertlosen, die ihre eigene Irrelevanz im Universum mit möglichst lauter Stimme zu negieren und auf immer neue Art ihre Wichtigkeit zu betonen versuchen
Den menschlichen Fetisch die eigene Existenz sogar nach dem Tod relevant halten zu wollen hatten wir auf EC auch schon ein paar mal, zum Beispiel im Aphorismen-Faden:
>>35683
>Ernst fand ein GF und zeugte 2 Kinder. Er bewahrte das Andenken an seine Person somit 0,000000001% länger als im Universum üblich.
Was genau die Ameisengötter und das Loch im Arm symbolisieren sollen ist Ernst nicht klar geworden. Ist das eine fremde Macht oder eher eine Visualisierung des eigenen Zorns, der schon vorher da war? So eine Art Rausch des Blutes, projiziert an die eigene Zimmerdecke.
>>
Nr. 42398
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>>42394
Danke, danke. War natürlich alles so Absicht, kühlgesicht.tiff

>Was genau die Ameisengötter und das Loch im Arm symbolisieren sollen ist Ernst nicht klar geworden
Boahhhh keine Ahnung, ist echt zu lang her. Die Ameisen könnten mehr oder weniger direkt aus Oldboy geklaut sein als Zeichen für Einsamkeit.
Vielleicht war der Bernd da auch einfach nur ein totaler Schizo.
>>
Nr. 42835
>Humoristische Einzeiler

Ernst hat, inspiriert durch einen anderen Ernst in einem anderen Faden, mal versucht, in möglichst nur einem Satz lustige Geschichten, am Besten mit erzählerischer Komponente, zu verfassen. Sozusagen Kurzkurzgeschichten.

"Hier, ich hab ein Geschenk für dich, das Buch heißt 'Du bist nicht allein', hoffe es gefällt dir. So, ich muss jetzt aber los, man sieht sich!"

Als Ernst von seinem Stuhl sprang und sich das Seil straffte, wurde ihm schlagartig bewusst, dass er für die Stelle als Glöckner zu klein und zu leicht war.

Ernst hatte sich unter "untenrum explodieren" etwas anderes vorgestellt, als er das Treffen arrangiert hatte, aber es hat halt auch nicht jeder einen Amputationsfetisch.
>>
Nr. 42838
>>42835
> Als Ernst von seinem Stuhl sprang und sich das Seil straffte, wurde ihm schlagartig bewusst, dass er für die Stelle als Glöckner zu klein und zu leicht war.

Top
>>
Nr. 42839
>>42300
Schöne Geschichte. Das mit den Ameisen hat mir am Besten gefallen. Das Ende könnte für meinen Geschmack sogar noch etwas kantiger sein. Wüsste aber jetzt auf Anhieb auch nicht wie man da noch einen draufsetzen könnte.

Hier Champman Pt. 2

Champman Fucker liegt auf der Straße und lacht über den ganzen Scheiß, seine Hosen sind voll mit Kacke und Pisse und Champman lacht einfach weil er keinen Fuck gibt. Er hat vorher Heroin in seinen Kopf gespritzt, direkt in den Kopf, in die Stirn gespritzt und dann hat er seinen Schwanz rausgeholt und wollte wixen aber er ist eingeschlafen wegen der Spritze Heroin die er sich in seinen Kopf gesetzt hat und dann hat er sich angeschissen und angepisst aber er lacht nur. Er liegt auf der Sraße, er liegt in der Straße und er lacht über die Kacke und die Pisse in seiner Hose weil es lustig ist. Es ist behindert und man kann – man muss – darüber lachen WTF wie lustig ist der Scheiß wenn man auf der Straße liegt komplett angekackt und gepisst. Champman nimmt es mit Humor wie ein wahrer Gentleman der er ist. OHA, eine hübsche Dame geht vorbei und Champman stellt sich vor:

HALLO ICH BIN CHAMPMAN FUCKER UND ICH HABE MICH ANGEKACKT HAHAHAHA
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Nr. 42847
>>42839
Ist der Champman zufällig inspiriert von Hodie McSackschweiß?
>>
Nr. 42850
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>>42835
> Als Ernst von seinem Stuhl sprang und sich das Seil straffte, wurde ihm schlagartig bewusst, dass er für die Stelle als Glöckner zu klein und zu leicht war.
Musste ebenfalls ungezwungen munzeln!

>>42839
Ich hoffe es gibt dieses Jahr eine Weihnachts-Champman-Geschichte, die dann im Rahmen eines besinnlichen Weihnachtsströms verlesen wird.
>>
Nr. 42896
Hier noch ein bisschen mehr:

Als er mich nach einer Mark fragte, verneinte ich das - wir haben schließlich schon fast 20 Jahre den Euro.

Sie hatten präzise nichts gemeinsam, aber das ist normal bei einer Schlange und einem Krebs.

"Spiel nicht so viel am Computer, Junge, das macht dumm. Und jetzt sei still, Tatort fängt gleich an!"

Ich steh auf Titten. Wenn die Frau nur nicht immer so schreien würde...
>>
Nr. 42911
>>42896
> Sie hatten präzise nichts gemeinsam, aber das ist normal bei einer Schlange und einem Krebs.

Der finde ich am Besten
>>
Nr. 42915
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>>42896
>"Spiel nicht so viel am Computer, Junge, das macht dumm. Und jetzt sei still, Tatort fängt gleich an!"
Gefällt! Eines meiner Lieblingsthemen: Die Vorurteile der Lesen-, TV- und Netflixfraktion gegenüber Computerspielern.
>>
Nr. 42920
>>42915
Danke. Hab noch mehr aus der Ecke.

"Spiel nicht so viel Fortnite, das macht dumm.", sagte er, unwissend, dass Fortnite-Spieler schon dumm sind. kühlgesicht.tiff

"...nein, ich will jetzt nicht mehr über Pokemon hören, wer soll sich das alles überhaupt merken... ja, ist nur mein Junge gewesen, also pass auf, Bremen sind ja erst 64/65 Meister geworden, und zwar..."

Gestern war es noch grau und regnerisch, doch heute ist es noch kalt dazu.

Ich verstehe nicht, warum Leute Schwierigkeiten haben, viel Wasser zu trinken, schließlich besteht meine tägliche Flüssigkeitsaufnahme zu rund 60% aus Wasser.
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Nr. 42926
Während auf den Vorstandsvorsitzenden Dr. Eppert Begriffe wie Industrie 4.0, Internet der Dinge, Cloud und irgendwas mit Remote einprasselten, was dieser ganz toll fand, prasselten auf den Arbeiter Xiang Chen in der Zhungguoren-Fabrik mehrere Tonnen geschmolzener Stahl ein, was dieser weniger toll fand.

Ernst war einfach nicht in der Lage, zu hören, was die im Radio sagten, da er schon seit Geburt taub war.

Ich muss sagen, diese Ein-bis-zwei-Satz-Geschichten sind ziemlich schwierig zu schreiben. Einerseits will man alle nötigen Informationen reinbringen, andererseits will man natürlich eine möglichst elegante Formulierung am Ende rauskriegen und kein sperriges, umständliches Produkt (was leider nicht immer gelingt).
Gibt es sowas eigentlich schon als Kunstform? Ich rede nicht von Aphorismen oder Sponti-Sprüchen (obwohl man an Letzterem vermutlich manchmal recht stark kratzt), sondern von diesen "Extra-Kurz-Geschichten".
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Nr. 42929
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Es war eine der schlimmsten Pandemien in der Geschichte der Menschheit, und niemand war in der Lage die Ursache zu finden. Die Pest hatte man ausgerottet, die Grippe war keine Gefahr mehr für gesunde Menschen und Tuberkulose trat nur noch in den ärmsten Regionen der Welt auf. Doch diese neue Seuche war anders, sie befiel vor allem die Menschen in wohlhabenden Ländern. Wissenschaftler suchten fieberhaft nach einem Virus, einem Bakterium oder sogar einem Parasiten welcher diese Veränderung in den Menschen verursachen konnten, doch sie tappten im Dunkeln, alle Tests blieben negativ. Der Übertragungsweg war dementsprechend ebenfalls ungeklärt, beim Kontakt mit befallenen Menschen war somit höchste Vorsicht geboten. Fundamentalisten aus ärmeren Regionen spotteten bereits über die Strafe Gottes, welche die maßlosen Sünder in den Industrienationen nun angeblich traf.

Die Seuche befiel offenbar die Gehirne der Menschen und ließ sie jeglichen Bezug zur Realität verlieren. Ihre Persönlichkeit veränderte sich zunächst unmerklich, doch dann immer stärker, sie zogen sich in ihren eigenen Kopf zurück und verloren sich in völliger Passivität, bewegungslos, jeglicher Wille zum Kontakt mit ihrer Umwelt erlosch. In seltenen Momenten zeigten die Betroffenen Phasen von Klarheit, und wenn sie dann über ihre Symptome befragt wurden antworteten sie stets dasselbe: Einen Zustand der angeregten Phantasie, und meist waren sie sich nicht mal bewusst wie viel Zeit zwischen ihren Klarheitsphasen vergangen war. Auf äußeren Stimulus reagierten sie apathisch, manchmal sogar aggressiv. Auf dem Höhepunkt der Pandemie standen ganze Länder vor dem Kollaps, nicht mehr in der Lage ihre kritische Infrastruktur zu betreiben. Man richtete sich auf politischer und ziviler Ebene bereits auf Verteilungskämpfe ein.

Die Wende kam erst nachdem Bücher flächendeckend verboten wurden.
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Nr. 42931
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>>42839
Champman Fucker liegt auf dem Dach und lacht über den ganzen Scheiß, sein Tor ist voll mit Bällen und Champman lacht einfach weil er keinen Fuck gibt. Er hat sich gerade hart eingewhifft und hat keinen Boost mehr, gar keinen mehr, doch er lacht nur. Er wollte über die Decke fahren weil er das im Zwischennetz gesehen hatte und dann wollte er boosten doch er hatte keinen Boost und fiel einfach runter und dann ist er aufs Dach gefallen doch er lacht nur weil es lustig ist. Es ist behindert und man kann – man muss – darüber lachen WTF wie lustig ist der Scheiß wenn man auf dem Dach liegt komplett ohne Boost. Er lacht über die Trottel die um ihn rumfahren und seine Mates die ihn beleidigen. Champman genießt das Salz wie ein wahrer Gentleman der er ist. Dann tippt er in den Chat:

HALLO ICH BIN CHAMPMAN FUCKER UND ICH HABE GEWHIFFT HAHAHAHA
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Nr. 42934
Tod und Teufel kamen beisammen und unterhielten sich über das Wetter.
Schön heute, sagte Tod.
Ne, sagte Teufel.
ICH FICK DICH IN DEN ARSCH DU SCHWEIN, sagte King Arschfick.

Danke Merkel.
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Nr. 42937
>>42931
Lachte hart. Danke dafür
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Nr. 42938
>>42929
Nette Wendung am Ende. Gefällt mir.
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Nr. 43277
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Ruft ein Mann beim Facharzt an: "Hallo, ich brauche einen Termin." - "Wie heißen sie denn?" - "Koko McSchokobon." - "Welche Nationalität?" - "Neger." - "Ja, also, da können wir ihnen frühestens in 3 Monaten was anbieten, und ganz ehrlich: So Leute wie sie können wir hier nicht besonders gut leiden, warum gehen sie nicht einfach woanders..." - HAAAAALT STOPP! Diese Kurzgeschichte wird wegen akutem Rassismus abgebrochen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von allen Formen der Ungleichbehandlung. Unverzeihlich, welche Realität soll das überhaupt abbilden? Das wird nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wir bitten um einige Sekunden Geduld, diese Geschichte wird nun neu konzipiert...

Ruft ein Mann beim Facharzt an: "Hallo, ich brauche einen Termin." - "Wie heißen sie denn?" - "Koko McSchokobon." - "Welche Krankenkasse?" - "AOK" - "Ja, also, da können wir ihnen frühestens in 3 Monaten was anbieten, wir sind aktuell komplett ausgelastet, kann man leider nichts machen, aber versuchen sie es doch mal woanders, vielleicht haben sie da mehr Glück."
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Nr. 43278 Kontra
>>43277
Herrje Ernst, kauf dir mal ein paar Brötchen für das ganze Mett.
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Nr. 43280 Kontra
>>43278
Spaßfakt: Nicht derselbe Ernst mit dem du im Heute-Faden schreibst.
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Nr. 43281
>>43280
>Spaßfakt: Nicht derselbe Ernst mit dem du im Heute-Faden schreibst.

Noch besserer Spaßfakt.
Ich bin der privatversicherte Schreiber im Heute-Faden, aber ich bin nicht der Ernst, der das >>43278 geschrieben hat.
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Nr. 43284 Kontra
>>43281
Das ist in der Tat ein Spaßfakt, damit habe ich nicht gerechnet!
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Nr. 44206
Es begab sich eines Tages in einem fernen Land, welches von einem Gott regiert wurde, der sein Augenmerk stets auf das Gedeihen und Wachstum seiner Schäfchen richtete. Gott studierte die Zahlen bezüglich der aktuellen Entwicklungen in seinem Reich, welche seine Engel ihm fleißig jede Woche aufbereiteten, und er sah, dass das Wachstum nicht zufriedenstellend war. Besorgt ging er in sich um zu meditieren, und als er fertig war trat er vor seine Schäfchen und sprach: "Hört her meine Schäfchen, ich habe eine Lösung für unser Problem. Von nun an sollt ihr einen Tag im Jahr einzig und allein dem Wachstum widmen, und wer versäumt dies zu tun wird seine gerechte Strafe durch mich erhalten." Doch in der Menge regte sich Unmut: "Wir wollen nicht bestraft werden. Du bist ein ungerechter Gott!" schallte es ihm entgegen.

"Oh, in Ordnung" sprach Gott. "Dann machen wir statt dessen 2 solcher Tage, und wenn ihr mir nicht huldigt, so sollt ihr nicht von mir sondern von euren Geliebten mit Verachtung bestraft werden." - "Viel besser!" rief die Menge unter lautem Jubel. "So sei es" sprach Gott, und nannte die Tage Weihnachten und Valentinstag.
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Nr. 44207
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>>44206
>Valentinstag
BUUUUH!
Ansonsten ganz nett. Erinnert mich stark an die OI-Aphorismen im Aphorismenfaden.
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Nr. 44683
Es ist Weihnachten und Champman springt aus dem Fenster. Er springt durch das geschlossene Fenster und alles wird zerstört. Die Scheibe explodiert in tausend Splitter und die Splitter ficken in den Körper von Champman rein aber er lacht nur - Er landet auf dem Boden, setzt sich eine Spritze Heroin in den Kopf, putzt sich den Dreck von den Schultern und isst einen Apfel. Es ist Champman Fucker und er fickt mit Vitaminen. Champan Fucker dieser Mutterficker hasst Weihnachten. Er isst einen Apfel und er hasst Weihnachten und er baut sich eine Zeitmaschine aus seinem Arsch um Jesus zu ficken. Champman hat richtig Bock zu ficken und er scheißt auf die Zeitmaschine und fickt sich durch die Stadt auf einen Weihnachtsmarkt um dort so richtig zu ficken. Er kommt an und es wird sofort hart gefickt. Erst fickt er den fetten haarigen Weihnachtsmann aber nur kurz und dann fickt er die Kinder die als Elfen verkleidet sind und dann noch eine Runde von dem fetten haarigen Schwein aber dann nimmt er sich so richtig lange Zeit das kleine Kristkind zu ficken. Der kleine Blonde Engel wird ausschließlich in den Arsch gefickt denn es ist verdammt nochmal Zeit richtig zu ficken.
Champman Style
Champman Fucker hat genug gefickt. Er denkt sich für eine Millisekunde er hat genug gefickt und er zaubert sich wieder die Zeitmaschine aus seinem Arsch und gibt ein: FICKZEIT
Josef und Maria seine hochschwangere Drogenfickhure sind am Weg nach Betlehem. Sie sind am Weg nach Betlehem und Josef diese dumme Sau lutscht die ganze Zeit an seinem eigenen Schwanz und steckt sich den Mittelfinger in den Arsch weil er ein gottverdammter Behinderter ist. Josef hat keinen Plan von gar nichts und er hat besonders keinen Plan davon, dass Champman Fucker diese Maria, diese Drogenfickhure hart in die Mangel genommen hat und ihr einen dicken fetten Braten in den Ofen gefickt hat.
Er hat die Drogenfickhure in die Mangel genommen und danach sind im Flügel gewachsen und Champman fliegt damit in den Himmel rauf und immer weiter rauf aus der Atmosphäre raus und er denkt an seinen Arsch und dass er einen geilen Arsch hat und dann aktiviert er seine volle Arschpower und ein helles Licht erstrahlt am Himmel wie ein verfickter Stern und so chillt Champman dann und gönnt er sich noch einen Apfel. Oder zweihundertmillionen verfickte Granny Smith in den Arsch Äpfel weil er ist hungrig dieser Ficker. Er ist hungrig und er will chillen.
Aber unten auf der Erde. Da wird nicht gechillt. Da gibt es so ein paar Behinderte. Da gibt es so ein paar spezielle Behinderte und von den speziellen Behinderten gibt es so drei ganz besonders spezielle Behinderte. Sie haben die Negerkrankheit diese armen ganz besonders speziell Behinderten haben sich die Negerkrankheit eingefangen und wenn sie jetzt einen großen Arsch sehen dann ist es einfach aus. Dann sehen einen großen Arsch und dann müssen sie ihn haben. Dann gibt es einfach nur noch rein in den Arsch. Ganz genau. In den Arsch.
Und der geilste Arsch. Der größte Arsch mit der meisten Power. Der Arsch von Champman STAR Fucker leuchtet ihnen den Weg. Den Weg nach Betlehem. Betlehem diesem scheiß Kaff wirklich niemand will dort leben. Alle Einwohner pissen und kacken sich absichtlich auf die eigenen Häuserdächer jeden Tag und sie bringen sich um - sie bringen sich um einfach nur aus Protest gegen dieses kleine Scheißkaff in dem wirklich niemand leben will. Und es sind alles dumme Bauern. Jeder Einwohner in Betlehem ist dumm und ein Bauer und hat einen dummen Stall und alle hassen sich untereinander und sind dumm aber es gibt ein Ding, dass sie alle miteineinander verbindet und das ist Hass. Hass auf das Kaff. Hass auf sich selbst und vorallem Hass auf schwangere Frauen.
Die Drogenfickhure und die dumme Sau wollen pennen und fragen jeden von den dummen Bauern ob sie vielleicht ein kleines kuscheliges Plätzchen zum Schlafen haben aber jetzt schreit diese Hure auch noch dass der dicke fette Braten aus der Röhre will und die dummen Bauern sagen fick dich doch dumme scheiß Schwangere Fotze weißt du denn nicht dass wir Betlehemer Schwangere Fotzen hassen wie Fick? Also was machen diese zwei Untermenschen? Sie brechen einfach in eine beschissene Scheune ein wie die zwei Verbrecher die sie sind.
Während dessen gehen die drei ganz speziell Behinderten sabbernd durch die Straßen und erzählen jedem von dem geilsten fettesten Arsch und dass man nur dem Licht folgen muss um an den herrlichen Arsch zu gelangen und die frohe Botschaft verbreitet sich wie ein Leuchtfeuer. King Herodes der bekannt für seinen geilen fetten Arsch ist bekommt davon Wind und denkt sich: Ein fetterer geiler Arsch als meiner? Das darf es nicht geben! Wachen sucht nach diesem neuen Arsch und tötet ihn! Tötet jeden dicken fetten Braten der zu einem prächtigen Arsch heranwachsen könnte!
Champman hat langsam keinen Bock mehr darauf Äpfel zu essen und im Himmel zu chillen also begibt er sich zurück auf die Erde. Er hat schon wieder Bock zu ficken aber da fällt ihm sein dicker fetter Braten ein den er ja in den Ofen geschoben hat und den will er sich eigentlich auch wieder nicht entgehen lassen also fickt er sich nach unten in die Scheune um sich diese Scheiße mal anzusehen und was muss er sehen als er mit seinem leuchtenden geil Arsch ankommt sehen? Die Drogenfickhure ist drauf und dran den Braten rauszupressen und der dicke fette Braten kommt natürlich mit dem Arsch voran aus der Röhre raus. Mit dem dicken geilen leuchtenden Arsch voran kommt er heraus und die Scheunentüre geht auf und wer steht da? Die drei ganz besonders speziell Behinderten und sie sehen die geilen kleinen leuchtenden Arsch und können sich kaum halten und natürlich haben sie Geschenke mitgebracht und natürlich sind es nur Drogen. Kokain Gras und Extasy und alle hauen sich die Scheiße rein während die Drockenfickhure noch am pressen ist aber draußen laufen schon die Soldaten von dem König mit dem geilen Arsch herum und hacken jedem den Schwanz ab und basteln sich Ketten daraus die sie sich um den Hals hängen und daran lutschen aber sie sind extrem dumm und finden die Scheune nicht während in der Scheune der Braten endlich aus der Röhre gepresst wurde und der Braten liegt in einer Futterkrippe und kackt und pisst sich an während alle anderen Drogen nehmen und ficken und der Braten lacht. Er lacht einfach nur und er schreit: Ich bin Jesus Motherfucker und ich habe mich angekackt hahahahaha.
>>
Nr. 44698
Wo die Musik schrill ist
und das Seitendesign trist
  • auf dem Ernstkanal

Wo der Ernst lacht
in feister Pracht
  • auf dem Ernstkanal

Wo du nie siehst das Paradies
das eh geschlossen iest
  • auf dem Ernstkanal

Wo man Süßmödchen nicht grabschen kann
aber sie scharfmachen jeden mann
  • auf dem Ernstkanal

Wo du Fettfäden siehst
und Speichelfluss kriegst
  • auf dem Ernstkanal

Im Sauffaden mit dem Bier
heißt der Ernst war hier
  • auf dem Ernstkanal

Wo du für'n Pfosten schon
kriegst den Hohn
  • auf dem Ernstkanal

Wo man pfostiert
und dann nichts passiert
  • auf dem Ernstkanal

>Alfred vom Bunde, 1892
>>
Nr. 44702 Kontra
Sehe ich in den Spiegel, sehe ich meinen Vater wie er meine Mutter vergewaltigt. Sie trank. So schwer, dass, wie Vater oft sagte, sie nicht vorzeigbar war zu gesellschaftlichen Anlässen. Und so fuhren wir Heiligabend 1997 ohne meine Mutter zu den Eltern meines Vaters. Ich erinnere mich noch, dass ich auf der Rückfahrt dringend auf die Toilette musste, aber Vater hielt auf der Autobahn nicht an, und endlich Zuhause angekommen, lief ich durch den Flur mit den knarzenden Dielen zum Badezimmer, riss die Tür auf, ohne das Licht anzumachen, und legte mich auf die Fresse, als ich über etwas Weiches stolperte; und das Weiche war der leblose Körper meiner toten Mutter. Ich pisste mir ein, das Gesicht in ihrer angetrockneten Kotze. Wir hatten sie in diesem großen Haus allein zurückgelassen, und, nachdem sie die Hausbar geleert hatte, hatte sie sich mit Badreinigern zu Tode gesoffen.

Ich googelte es viele Jahre später. Ihr Tod war ähnlich qualvoll, wie der, den ein Wesen erleidet, wenn es an Rattengift stirbt. Der eigentliche Grund ihres Todes war Traurigkeit. Und heute bin ich traurig, aber ich werde mich keiner Person nähern, um diese Traurigkeit weiter zu geben.

Ich werde allein leben. Allein sterben. Denn das ist besser so.
>>
Nr. 44713
>>44702
Gut geschrieben.
So gut geschrieben, dass ich denke, du hast es von irgendwo kopiert.
>>
Nr. 44733
>>44713
Nur mal angenommen, Ernst wäre der Autor, dann wäre dein zweiter Satz ein ungleich größeres Kompliment als der erste und Ernst würde sich sehr über dieses Kompliment freuen. Eine Bekannte hat sich tatsächlich mit Badreinigern zu Tode gesoffen. Alles andere ist fiktiv.
>>
Nr. 44734
>>44698
Schön :3

>>44702
So viel zum Thema: Wenn man nur GF bekäme wäre alles eitel Sonnenschein. Auch die Busfahrer haben Probleme und stürzen ab, und das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite.

>>44683
Ernst lachte hart, Champman bester Man.
>>
Nr. 46593
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Ich entdeckte in der Zeitung eine Werbeanzeige für das beste Restaurant der Welt. Hier konnte man sein Essen selbst aussuchen, im Gegensatz zu allen anderen Restaurants, die einem nur das zu essen vorsetzten was gerade da war. "Ein tolles Konzept" dachte ich mir, das wollte ich unbedingt ausprobieren. Also nahm ich mir einen Samstag Abend die Zeit und fuhr hin. Als ich ankam fiel mir ein dass ich gar keinen Platz reserviert hatte, aber zu meiner Überraschung waren noch genug Plätze frei. Glück für mich, offenbar hatte sich das Konzept dieses Restaurants noch nicht weit genug rumgesprochen. Ich trat ein und nahm an einem der freien Tische Platz und war direkt angetan von dem angenehmen Ambiente. Nach wenigen Minuten kam auch schon der Kellner - nicht etwa um mir zu sagen was es heute gibt, sondern er überreichte mir eine Speisekarte. Ich fragte ihn ob ich mir jetzt wirklich aussuchen kann was ich esse, und er sagte ja, das sei schließlich das Alleinstellungsmerkmal dieses Restaurants, und ich solle mir ruhig Zeit lassen und in Ruhe die Karte studieren, er käme in ein paar Minuten wieder. Ich vertiefte mich in die Speisekarte und war beeindruckt ob der großen Auswahl an Gerichten aus denen man wählen konnte.

Gar nicht einfach hier eine Entscheidung zu treffen, doch nach einigen Minuten legte ich mich fest und winkte den Kellner zu mir rüber und informierte ihn, dass ich mich für die Rigatoni al Forno und ein Bier entschieden hatte. "Eine ausgezeichnete Wahl" lobte mich der Kellner und wiederholte meine Bestellung: "Also, das ist dann ein Bier, und die Rigatoni al Forno mit Sauerkraut und Kartoffelbrei". Überrascht sah ich ihn an: Sauerkraut und Kartoffelbrei, wie kam er jetzt darauf? Nein, nur die Rigatoni und das Bier bitte, den Rest möchte ich nicht. "Jaaa, das wollen SIE nicht, aber die Gäste an den Nachbartischen wollen das." Verdutzt sah ich ihn an und fragte ihn was das jetzt mit mir zu tun habe, und er antwortete "Jaaa sehen Sie, bei uns im besten Restaurant der Welt darf sich jeder aussuchen was er möchte. Aber selbstverständlich haben wir nicht so viele Köche, Öfen und Herdplatten dass wir Jedem seine individuelle Zusammenstellung zubereiten können, deswegen müssen wir Kompromissbereitschaft zeigen, und deshalb bereiten wir alles was unsere Gäste bestellen in einem großen Topf zu. Das kriegt man dann hinterher leider nicht mehr so gut auseinander sortiert". Das leuchtete mir ein, doch unter diesen Umständen erbat ich mir erneute Bedenkzeit, eventuell würde ich was Anderes bestellen was besser zu Sauerkraut und Kartoffelbrei passen würde. Nach kurzer Überlegung fiel meine Wahl schließlich auf ein Wiener Schnitzel, das sollte halbwegs mit dem Rest harmonieren.
>>
Nr. 46594
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Ich winkte wieder den Kellner heran und sagte ihm "das Wiener Schnitzel bitte". Plötzlich ertönte hinter mir ein Stimmenchor: "Du bist ein Arschloch, du bist ein Arschloch". Erschrocken drehte ich mich um und sah hinter mir 3 Männer im Frack, 2 mit Violine und Gitarre, und ein Sänger, die mich von hinten zu selbst gespielter Ambientmusik im Chor beleidigten. "Was ist dein Problem du Spinner?" säuselten sie mir ins Ohr, gefolgt von einem technisch anspruchsvollen Violinensolo. Ich fragte den Kellner: "Entschuldigen Sie, wer sind diese Typen denn?" - "Das ist unsere Hausband, die sorgt für die musikalische Untermalung, und außerdem hilft sie unseren Gästen dabei sich das richtige Gericht von der Karte auszusuchen." - "Was meinen Sie mit 'das richtige Gericht', gibt es etwa auch Falsche?" fragte ich? Daraufhin erklärte mir der Kellner dass es nicht unbedingt "falsche" Gerichte gäbe, aber die Köche mögen bestimmte Sachen nicht gerne kochen, außerdem habe man ja Verträge geschlossen mit den Zulieferern über bestimmte Abnahmemengen, und die müsse an erfüllen, daher würde man natürlich manche Gerichte lieber zubereiten als Andere. Anders würde so ein Restaurant gar nicht funktionieren. Ich verstand die Situation, doch eines war mir nicht klar, daher fragte ich den Kellner: "Ich verstehe das Problem, aber sagen Sie, wäre es nicht viel einfacher die unpassenden Gerichte von der Karte zu nehmen? Diese Kapelle kostet ihr Restaurant schließlich Geld, das macht das Essen doch nur teurer, mal abgesehen davon dass sich die Gäste nicht gerne beleidigen lassen". "Hau doch ab wenns dir nicht passt." sang der Chor, und der Kellner sagte "Da kann ich Sie beruhigen, das macht für Sie im Preis des Essens keinen Unterschied. Die Kapelle wird auf der Rechnung extra ausgewiesen und kann ohnehin nicht abbestellt werden. Außerdem würden wir nie ein Gericht von der Karte nehmen, wir wären ja nicht das beste Restaurant der Welt wenn man bei uns nicht alles bestellen könnte!"

Damit der Chor mich für den Rest des Abends in Ruhe ließ beschloss ich nur einen kleinen italienischen Salat zu bestellen, der würde zu allem gut passen. Das stellte den Chor offenbar zufrieden, und er wendete sich anderen Gästen zu. Der Kellner notierte meine Bestellung und verschwand in Richtung Küche. Ich nahm ein Schluck von meinem Bier und freute mich auf mein Essen, denn langsam war ich wirklich hungrig geworden. Nur 20 Minuten später kehrte der Kellner zurück mit 2 Tellern im Gepäck, und überreichte mir mit einem breiten Lächeln auf den Lippen mein Essen: "Bitte sehr der Herr, ihr italienischer Salat und ihre Erbsensuppe". Ich schaute auf mein Essen und sah einen großen Teller Erbsensuppe und einen kleinen Teller mit einer halben Salatgurke und einzelnen Blättern Kopfsalat, mit Essig und Öl übergossen. "Was ist denn aus Kartoffelbrei und Sauerkraut geworden, und ist das wirklich ein italienischer Salat?" fragte ich. "Jaaa, sehen Sie, die Köche haben sich leider zerstritten über die Aufteilung der Töpfe, und Kartoffelbrei und Sauerkraut konnten daher nicht zubereitet werden. Es war aber noch genug Platz im Topf für Erbsensuppe. Und selbstverständlich ist das ein italienischer Salat. Ich bitte um Verständnis dass die Speisekarte in erster Linie Werbung für die Gerichte ist und daher an der ein oder anderen Stelle ein wenig übertreibt. Daher ist es unfair die fertigen Gerichte an der Beschreibung in der Speisekarte zu messen." Aha, ja das macht Sinn dachte ich, und ich muss sagen dass die Erbsensuppe wirklich nicht schlecht schmeckte. Immerhin konnte man hier bestellen was man will, da muss man auch mal Abstriche machen.

Es ist schließlich das beste Restaurant das wir je hatten.
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Nr. 46598
>>46593
>>46594
Ich lachte, obwohl ich nicht weiß, warum.
Hast du zufällig in letzter Zeit Tucholsky gelesen?
Diese Geschichte könnte so in etwa auch von ihm stammen.
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Nr. 46613
>>46598
Freit mich dass es gefällt :3
>Hast du zufällig in letzter Zeit Tucholsky gelesen?
Nein, gar nichts gelesen, bin ein unkultivierter Nichtlese-Proletarier!
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Nr. 48378
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Das Wetter war schön, also entschloss ich mich dazu meinen Hund zu satteln und auszureiten. Ich reite seit vielen Jahren Hunde und bin versiert darin. In Ermangelung eigener Hundebahnen bin ich leider gezwungen den örtlichen Fuß- und Radweg für meine Ausritte zu nutzen. Das kann schon mal zu Problemen führen, und so sollte es auch heute sein. Der Weg den ich heute reiten wollte fängt erst 2 Kilometer entfernt von meiner Wohnung an, also musste ich ein Stück auf der Straße reiten. Das ist im Wohngebiet normal kein Problem, da ist Tempo 30, und das schafft man auch per Hund. Meistens bin ich sogar derjenige der bremsen muss wenn Autos vor mir ein und ausparken oder sich in den engen Gassen aneinander vorbei schieben. Heute jedoch wollte ein Autofahrer mich unbedingt überholen, obwohl ich am Hecheln des Hundes hören konnte dass wir Tempo 30 drauf hatten. Der Autofahrer hupte und rief aus dem Fenster "Hör auf die Straße zu blockieren mit deinem Köter". Ich fragte ihn warum er eigentlich nicht überholt, die Straße hat doch 2 Spuren. "Siehst doch selbst dass die andere Straßenseite zugeparkt ist" rief er, worauf ich fragte: "Von wem? Von Hunden?" Daraufhin brummelte er was von Steuern die er für die Straße zahlen würde. Dass ich auch ein Auto besitze und Steuern zahle wie die meisten anderen Hundereiter auch war ihm egal.

Nun war ich endlich auf dem Weg angekommen und konnte die Autos hinter mir lassen. Mein Hund ist natürlich schneller als die meisten Fußgänger, und schon sah ich vor mir 2 Rentner welche die gesamte Breite des Weges für sich beanspruchen. In der Hoffnung dass sich eine Öffnung böte ritt ich langsam an sie heran, denn als geübtem Reiter reichen mir 25% freier Weg um sicher überholen zu können. Doch die Blockade war vollkommen, sie bemerkten mich nicht, also machte ich mich durch rufen bemerkbar. Erschrocken drehten sie sich um und riefen mir zu "Das ist keine Hunderennbahn hier. Außerdem musst du bellen wenn du vorbei willst!" Ich entschloss mich keine Diskussion anzufangen wo jetzt der Unterschied sei ob ich rufe oder der Hund bellt und ignorierte die Rentner. "Diese Hundehalter führen sich auf als gehöre die Welt ihnen" riefen sei mir nach während sie wieder ihre Blockadeposition einnahmen.

Als ich kurz darauf wieder auf einige Rentner stieß probierte ich das einfach mal aus: Ich drücke meinem Hund auf die Nase, woraufhin dieser laut hörbar bellte. Die Rentner erschraken, bis auf den der schwerhörig war. "Ein Hund, Erwin, geh zur Seite!" - "WAAAAAS?" - "EIN HUND, PASS AUF ERWIN!" - "WO?" Schließlich drehte Erwin sich um und bemerkte mich, ich war inzwischen auch schon auf ein paar Meter an ihn heran gefahren. Die Gruppe versuchte eine Lücke zu formen, was schließlich gelang nachdem sie sich mehrfach spontan umentschieden hatte auf welche Seite sie denn nun gehen sollten um mir Platz zu machen. "DAS IST KEINE HUNDERENNBAHN HIER, JUNGER MANN" belehrte mich Erwin. "Hat auch niemand behauptet" sagte ich, "aber stellen sie sich mal vor sie fahren mit ihrem Auto auf der Bundesstraße und plötzlich reiten 3 Hunde nebeneinander vor ihnen und machen erst Platz nachdem sie hupen. Und dann weisen sie darauf hin dass das hier keine Autorennbahn sei. Doof, oder?". Ich war mir nicht sicher ob Erwin mich akustisch verstanden hatte, möglicherweise war er inzwischen auch zu alt zum Auto fahren.

Wenige Kilometer weiter saß ein Mann auf einer Bank, neben ihm lag ein Fahrrad. Ich konnte es nicht genau sehen, doch von Weitem sah es so aus als wäre das Rad nicht abgeschlossen. Ich wurde etwas langsamer, besser zu früh bremsen als zu spät, und bei Rädern weiß man nie. Als ich in die Nähe kam rappelte sich das Rad plötzlich auf und fuhr auf mich zu. Der Mann wurde nervös und rief "Radi, aus!". Ich bremste weiter runter, denn Radi machte keine Anstalten auf den Mann zu hören. "Radi nein, brems!" rief der Mann, erneut vergeblich. Ich zog leicht am Halsband meines Hundes und er kam zum Stehen. Das Rad fuhr daraufhin ein paar mal neugierig um uns rum. "Keine Angst, das macht nichts, das will nur spielen" sagt der Mann und lief zu uns rüber. "Radi, aus. Komm mit." raunzte er sein Fahrrad an und zerrte es unter widerwilligem Klingeln zurück zur Bank. Ich verzichtete darauf hinzuweisen dass er das Rad besser abschließen sollte wenn er es mit auf den Weg nimmt. Ich wäre nicht der erste Hundereiter der sich das Schlüsselbein bricht weil er über ein freifahrendes Fahrrad fliegt. Vom armen Rad ganz zu schweigen, das kann von Glück reden wenn es einen Unfall mit meinem Hund überlebt. Das sagt man aber besser alles nicht laut, sonst ist man schnell ein "Fahrradhasser", und das geht ja gar nicht, die armen Räder, und die armen Kinder, die ihre Radis ja so dolle lieben, und guck mal wie schön Radi leuchtet und klingelt, ach, herzerweichend, da muss man doch als Reiter eines gefräßigen Raubtriers wie ich doch Rücksicht nehmen.

Ich nahm es nicht persönlich und ritt wieder nach Hause. Der Hund bekam ein Leckerli, das hatte er sich nach der Aufregung verdient.
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Nr. 48379
>>48378
Ich lachte, Ernst, sehr gut.
Allerdings zwingt mich mein Arschberger, dich darauf hinzuweisen, Zahlen bis einschließlich Zwölf doch bitte auszuschreiben.
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Nr. 48510
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>>48378
Das Wetter war schön, also entschloss ich mich dazu meine Lampe zu satteln und auszureiten. Ich reite seit vielen Jahren Lampen und bin versiert darin. In Ermangelung eigener Lampenbahnen bin ich leider gezwungen den örtlichen Fuß- und Radweg für meine Ausritte zu nutzen. Das kann schon mal zu Problemen führen, und so sollte es auch heute sein. Der Weg den ich heute reiten wollte fängt erst 2 Kilometer entfernt von meiner Wohnung an, also musste ich ein Stück auf der Straße reiten. Das ist im Wohngebiet normalerweise kein Problem, da ist Tempo 30, und das schafft man auch meine Lampe. Meistens bin ich sogar derjenige der bremsen muss wenn Autos vor mir ein und ausparken oder sich in den engen Gassen aneinander vorbeischieben. Heute jedoch wollte ein Autofahrer mich unbedingt überholen, obwohl ich am Hecheln der Lampe hören konnte dass wir Tempo 30 drauf hatten. Der Autofahrer hupte und rief aus dem Fenster "Hör auf die Straße zu blockieren mit deiner Lampe!". Ich fragte ihn warum er eigentlich nicht überholt, die Straße hat doch 2 Spuren. "Siehst doch selbst dass die andere Straßenseite zugeparkt ist" rief er, worauf ich fragte: "Von wem? Von Lampen?" Daraufhin brummelte er was von Steuern die er für die Straße zahlen würde. Dass ich auch ein Auto besitze und Steuern zahle wie die meisten anderen Lampenreiter auch war ihm egal.

Nun war ich endlich auf dem Weg angekommen und konnte die Autos hinter mir lassen. Meine Lampe ist natürlich schneller als die meisten Fußgänger, und schon sah ich vor mir 2 junge Türken welche die gesamte Breite des Weges für sich beanspruchen. In der Hoffnung dass sich eine Öffnung böte ritt ich langsam an sie heran, denn als geübtem Reiter reichen mir 25% freier Weg um sicher überholen zu können. Doch die Blockade war vollkommen, sie bemerkten mich nicht, also machte ich mich durch rufen bemerkbar. Erschrocken drehten sie sich um und riefen mir zu "Lan, das ist keine Lampenbahn hier. Außerdem muss die stöhnen wenn du was vorbei willst!" Ich entschloss mich keine Diskussion anzufangen wo jetzt der Unterschied sei ob ich rufe oder die Lampe stöhnt und ignorierte die jungen Türken. Ischwör, diese Lampenzuhälter tun als wo gehöre die Welt ihn" riefen sei mir nach während sie wieder ihre Blockadeposition einnahmen.

Als ich kurz darauf wieder auf einige junge Türken stieß probierte ich das einfach mal aus: Ich kniff meiner Lampe in die Titten, woraufhin diese laut hörbar stöhnte. Die jungen Türken erschraken, bis auf den der Musik hörte. "Ein Lampe, Ahmet, yallah geh zu Seite!" - "WAAAAAS?" - "EIN LAMPE, GUCKST DU AHMET!" - "WO?" Schließlich drehte Ahmet sich um und bemerkte mich, ich war inzwischen auch schon auf ein paar Meter an ihn herangeritten. Die Gruppe versuchte eine Lücke zu formen, was schließlich gelang nachdem sie sich mehrfach spontan geschubst hatten auf welche Seite sie denn nun gehen sollten um mir Platz zu machen. "LAN, DAS IST KEINE LAMPENERENNBAHN!" schrie Ahmet aggressiv. "Hat auch niemand behauptet" sagte ich, "aber stell dir mal vor du fährst mit deinem Auto auf der Bundesstraße und plötzlich reiten 3 Lampen nebeneinander vor dir und machen erst Platz nachdem du hupst und dann weist du darauf hin, dass das hier keine Autorennbahn is'. Duhm Moruk, oda?". Ich war mir nicht sicher ob Ahmet mich inhaltlich verstanden hatte, möglicherweise hat er nicht mal den Führerschein geschafft.

Wenige Kilometer weiter saß ein Mann auf einer Bank, neben ihm lag ein Rentner. Ich konnte es nicht genau sehen, doch von Weitem sah es so aus als wäre der Rentner nicht angebunden. Ich wurde etwas langsamer, besser zu früh bremsen als zu spät, und bei Rentner weiß man nie. Als ich in die Nähe kam rappelte sich der Rentner plötzlich auf und humpelte auf mich zu. Der Mann wurde nervös und rief "Erwin, aus!". Ich bremste weiter runter, denn Erwin machte keine Anstalten auf den Mann zu hören, vielleicht war er auch einfach schwerhörig. "Erwin nein, halt!" rief der Mann, erneut vergeblich. Ich zog leicht am Halsband meiner Lampe und sie kam zum Stehen. Der Rentner humpelte daraufhin ein paar mal neugierig um uns rum. "Keine Angst, das macht nichts, der will nur alte Geschichten erzählen." sagt der Mann und lief zu uns rüber. "Erwin, aus. Komm mit." raunzte er seinen Rentner an und zerrte ihn mit widerwilligem Humpeln zurück zur Bank. Ich verzichtete darauf hinzuweisen dass er den Rentner besser anbinden sollte wenn er ihn mit auf den Weg nimmt. Ich wäre nicht der erste Lampenreiter der sich das Schlüsselbein bricht weil er über ein freihumpelnden Rentner fliegt. Vom armen Rentner ganz zu schweigen, der kann von Glück reden wenn er einen Unfall mit meinem Lampe überlebt. Das sagt man aber besser alles nicht laut, sonst ist man schnell ein "Rentnerhasser", und das geht ja gar nicht, die armen Rentner, und die armen Kinder, die ihre Omas und Opas ja so dolle lieben, und guck mal wie schön Omas und Opa sabbern, ach, herzerweichend, da muss man doch als Reiter eines geilen Uhr wie ich doch Rücksicht nehmen.

Ich nahm es nicht persönlich und ritt wieder nach Hause. Die Lampe bekam meinen Benis zum Lutschen, das hatte sie sich nach der Aufregung verdient.
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>>48510
>Lampe.jpg

Ich fordere mehr derartige Bildchen!
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>>48524
>und würden gerne ihre Pflüge von Weibern ziehen lassen.

Ich gratuliere, du hast soeben eine Marktlücke entdeckt. Geh und werd reich bevors ein anderer tut.
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Nr. 52939
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Wir schreiben das Jahr 2089, Ernst Zukunftswurf trat heute an zu seiner ersten Arbeitsstelle. Er hatte schon Einiges gehört über die harten Arbeitsbedingungen in der Zukunft, die nur aus der Vergangenheit wie Zukunft aussieht und für ihn quasi Gegenwart ist. Durch die Globalisierung entstand ein Wettstreit zwischen den Nationen und Megafirmen um den besten Kundenservice, und es erwuchsen immer neue Anforderungen an die Arbeiter. Betriebsräte waren ein Relikt der Vergangenheit, die wurden im Rahmen des Arbeitsmarktverkrustungsreduzierungsgesetzes von 2054 offiziell abgeschafft. Heute würde also auch Ernst dem System zugeführt. Mit einem flauen Gefühl im Mangen stand er vor den Toren der Löwenbautz AG, dem weltweit größten Senfproduzenten und größtem Arbeitgeber in seiner Region, nicht sicher was ihn heute erwarten würde.

Ernst trat vor den Eingang, immerhin funktionierte der Netzhautscanner und die Tür öffnete sich. Ernst grüßte den Pförtnercyborg unsicher, woraufhin dieser einen schrillen Warnton ausstieß. "Ernst Zukunftswurf, melden sie sich umgehend beim Betriebsarzt. Diese Zeit wird ihnen von ihrer Produktivität abgezogen." Das fängt ja gut an dachte sich Ernst, hatte er schon etwas falsch gemacht? Zum Glück fand er das Büro des Arztes bereits nach ein paar Minuten, und die kleine Schlange an ebenfalls besorgt aussehenden Mitarbeitern reduzierte sich schnell. Schon war Ernst an der Reihe und trat ins Sprechzimmer. Der Arzt grüßte mit einem breiten Grinsen und zog eine Spritze auf. "Ich bekomme eine Spritze?" fragte Ernst. "Aber sie haben mich doch noch gar nicht untersucht." - "Brauche ich nicht," erwiderte der Arzt, "der Pförtnercyborg hat mir die Diagnose bereits mitgeteilt, außerdem ist es offensichtlich. Stillhalten bitte." Der Arzt stach Ernst mehrfach mit der Nadel ins Gesicht, worauf Ernst spürte dass es sich taub anfühlte und verkrampfte. Ein Blick in den Spiegel zeigte dass sein Gesicht in einem schmerzhaften Dauergrinsen eingefroren war.

"War was etwa Botox?" fragte Ernst so gut das mit einem von Nervengift gezeichneten Gesicht eben geht, was der Arzt bejahte. "Aber... warum?" fragte Ernst. "Sehen sie," sagte der Arzt "wenn sie hier am Eingang schon so eine Fresse ziehen, dann können wir sie hier weder unseren Mitarbeitern und schon gar nicht unseren Kunden präsentieren. Unser Motto hier ist 'Senf macht Freude', und ihre Miesepeterei passt nicht zum Firmenbild. Wenn sie es also nicht hinbekommen morgens freundlich zu lächeln, dann gibt es eine Botoxspritze bis sie das gelernt haben." - "Moment, sie verpassen mir eine Zwangsmedikation nur damit ich fröhlich aussehe, selbst wenn ich das nicht bin? Das ist Körperverletzung." - "Das stimmt, und sie haben eingewilligt mit ihrer Unterschrift im Arbeitsvertrag. Wenn es ihnen nicht passt: Da vorne liegen die Kündigungs-Vordrucke. Wenn sie glauben dass das bei anderen Unternehmen anders läuft: Bitte."
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Nr. 52940
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Ernst konnte kaum glauben wie ihm widerfuhr, aber er hatte keine Zeit darüber nachzudenken, er musste an seinen Arbeitsplatz um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Doch bevor er aus der Tür trat fing der Arzt ihn ab. "Stellen sie sich noch mal auf die Waage bitte." Ernst folgte der Anweisung, und die Waage gab einen Warnton von sich: "Übergewicht registriert, Mittagessen für Arbeiter Ernst Zukunftswurf wird bis auf Weiteres auf 600 Kalorien reduziert, Wiedervorlage in 30 Tagen, Kantine ist informiert." - "Dachte ich mir doch," sagte der Arzt, "dass man sie mit der Wampe überhaupt eingestellt hat grenzt an ein Wunder. Sehen sie zu dass sie ein paar Kilos verlieren, oder denken sie dass so ein unförmiger Körper angemessen ist um ihre Firma in der Welt zu repräsentieren?" - Ernst war schockiert: "Was? Also ich habe ein paar Kilos zu viel, aber ich bin doch nicht fettleibig. Und sie können mir doch nicht einfach gegen meinen Willen Essen vorenthalten." - "Doch, das können wir," sagte der Arzt "das Mitbringen von Speisen und Getränken auf das Firmengelände ist untersagt, und das Verlassen des Firmengeländes während der Arbeitszeit ebenfalls. Wenn es ihnen nicht passt: Sie wissen schon..." und er zeigte auf den Stapel mit den Kündigungsvordrucken. "Und melden sie sich noch mal im Büro gegenüber, so können sie nicht an ihren Platz."

Offenbar waren solch unmenschlichen Methoden inzwischen an der Tagesordnung. Nie im Leben hätte Ernst sich träumen lassen dass das individuelle Wohlbefinden der Mitarbeiter keine, aber auch gar keine Rolle mehr spielt, und sich alles nur noch darum geht möglichst gut nach außen auszusehen, selbst wenn die Mitarbeiter körperlichen Schaden davontragen. Ernst betrat nun das gegenüber liegende Büro, hier war kein Arzt, nur ein Ausgabeschalter an dem eine ältere Frau saß und Ernst kurz musterte. Daraufhin verschwand sie im Hinterzimmer und kam zurück mit einer gut gefüllten Tüte, die sie Ernst auf den Tisch knallte. "Dort ist die Umkleide." sagte sie und zeigte auf einen Vorhang in der Ecke des Raumes. Es war eine Tüte voller Kleidung. Ernst zog sich um, die Kleidung passte gut, und alles schön im Firmenstil. Er trat hinter dem Vorhang hervor und sagte "Passt. Und danke für die kurze Hose, es ist wirklich extrem heiß heute, und ich fürchtete schon dass ich den ganzen Sommer mit langer Hose arbeiten müsste." - "Wie kommen sie denn darauf?" antwortete die Frau. "Wie soll man denn bei der Hitze in langer Hose arbeiten, da fallen uns die Leute doch um. Keine Firma der Welt kann es sich leisten ihre eigene Produktivität so zu sabotieren." - "Klar." sagte Ernst. "Klar," sagte die Frau, "und einen schönen ersten Arbeitstag".
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Nr. 52951
>>52939
>>52940
Munzelte. Das Finale rund um die kurzen Hosen auf Arbeit ist gewagt, Ernst, wirklich gewagt. Geradezu nervenaufreibend. Dem Kanal mit dem Maulwurf mal wieder alle Ehre gemacht!
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Nr. 52964
>>42926
>Gibt es sowas eigentlich schon als Kunstform?
https://de.wikipedia.org/wiki/Flash_Fiction

Es ist schwer zu sagen, ob das Schlimmste meine Scham war oder die Angst, sie irgendwann zu verlieren. Vater zwang mich mal wieder, ihn zu begleiten, und genehmigte sich schon vormittags vor allen Leuten, sogar im Bus, das erste Glas Senf. Ich hoffte inständig, niemand aus meiner Schule möge uns sehen. Vater fraß direkt aus dem Glas, wie immer. Ich spürte die verachtenden Blicke, wie sie mittelscharf auf meiner Seele brannten. Ich wollte Vater flüsternd anflehen, doch wenigstens einen Löffel zu benutzen, aber ich brachte nur ein ersticktes Weinen heraus.
Sein Körper und seine Kleidung stanken nach Senf. Normale Leute hätten denselben Gestank bestimmt auch an unseren Wänden und Möbeln wahrgenommen, bloß schwächer, wahrscheinlich bis in mein Zimmer hinein, vielleicht stanken meine Sachen und sogar ich selbst auch schon so, gerade in dem Maße, dass jeder, dem ich begegnete, sofort Bescheid wissen musste, selbst wenn Vater nicht in der Nähe war. Ich würde nie Abgebrochen wg. Senf Shamings
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Nr. 52968
>>52964
Sehr gut. Lachte.
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Nr. 52970
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>>52964
>Ich spürte die verachtenden Blicke, wie sie mittelscharf auf meiner Seele brannten
Iksdeh. War das ein bestehender Text über einen Trinker oder alles selbst geschrieben?
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Nr. 53301
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Papi, sieh nach, ob ein Monster unter meinem Bett liegt." Ich schaue zu seiner Belustigung darunter und sehe ihn, noch einen ihn, unter dem Bett, der mich zitternd anschaut und flüstert: " Papi, da ist jemand in meinem Bett."
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Nr. 53303
>>53301
Schön fieser Gedanke. Gefällt mir.
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Nr. 53304
>>53301
Warum würde das Monster jemanden unters Bett schauen schicken anstatt ihn direkt anzugreifen?
Oder ist das ein Monster, was nur mittels Jumpscares angreifen kann?
Erinnert mich außerdem an ein paar andere creepypastas, bei dem einen sitzt das Kind im Schrank oder so und bei dem anderen ruft die Mutter vom oberen Stockwerk, während die echte Mutter noch unten beim Kind ist.
Außerdem musste ich auch an diese Geschichte denken:

"Papa, ich hab schlecht geträumt.".
Er reibt seine Augen und setzt sich auf. Der Wecker zeigt in phosphoreszierender Schrift die Uhrzeit an - es ist halb 4 morgens.
"Willst du zu uns ins Bett kommen und mir davon erzählen?".
"Nein, Papa.".
Das Sonderbare dieser Situation macht ihn wacher. Er kann kaum die blassen Umrisse seiner Tochter im Dunkeln erkennen.
"Warum denn nicht, Schatz?".
"Weil in meinem Traum, als ich dir von dem Traum erzählt hab, ist das Ding, das Mamas Haut trägt, aufgestanden.".
Für einen Moment ist er wie gelähmt, nicht in der Lage, die Augen von seiner Tochter zu lassen.
Die Bettwäsche hinter ihm beginnt sich zu bewegen.
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Nr. 53308
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>>53304
Was wenn der Junge unterm Bett liegt?

Der Horror hier sind ja gerade die Ungewissheit und das offene Ende. Versetzt dich mal die in die Situation des Vaters. Man erwartet ja auch nicht etwas unterm Bett zu finden.
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Nr. 53310
>>53308
>Was wenn der Junge unterm Bett liegt?
Aber war das nicht exakt die Pointe? Deshalb ja die Frage warum das Monster einen noch unters Bett schauen lässt, weil damit ja seine List direkt auffliegt.
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Nr. 53311
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>>53301
Töte sie mit Feuer. Beide, um sicher zu gehen.
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Nr. 53334 Kontra
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>>53310
IM Bett, Ernst wollte IM Bett schreiben.