/b/ – Passierschein A38
„Migranten müssen EC und Seine Werte akzeptieren“

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Hail Odin! von Christenklatscher666

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Nr. 46703
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Zeit ist die Währung des Lebens. Wir investieren sie, alles was wir tun kostet Zeit, was wir nicht tun spart Zeit, und es steht uns nur eine begrenzte Menge zur Verfügung. Wir wissen nicht genau wie viel, aber die Menge ist abgezählt. Ein vierdimensionales Wesen könnte unser gesamtes Leben und die Summe all unserer Handlungen einsehen. Wir wünschen uns mehr Zeit, und wenn wir sterben denken wir an alles was unerledigt zurück bleibt.

Trotzdem wissen wir mit unserer Zeit nichts anzufangen. Wir lauern, zocken, saufen, reiben, wir schlagen Zeit tot. Ernst hat früher immer gedacht das Beste was einem passieren kann sei mehr Zeit. Dann hat er gesehen was wir mit mehr Zeit machen: Nichts. Wir spielen Clicker Heroes. Als Ernst dieses Spiel sah und spielte dämmerte ihm plötzlich dass zu wenig Zeit vielleicht gar nicht das Problem ist. Vielleicht haben wir schon zu viel Zeit, und die ganzen Zukunftsvisionen wenn wir kaum noch arbeiten müssen weil die Roboter alles für uns machen sind in Wahrheit ein Alptraum. Vielleicht brauchen wir nicht mehr Zeit, sondern ein gescheites Ziel.

Was ist mit Ernst, hat er genug Zeit? Wenn jeder Tag 4 frei verfügbare Stunden mehr hätte, könnte Ernst die zu seiner eigenen Zufriedenheit füllen? Was würde er damit machen?
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Nr. 46705
71 kB, 2 Seiten
Ernst bräuchte nicht nur 4 frei verfügbare Stunden mehr, sondern zusätzlich noch 4 weitere Stunden Schlaf.

Das große Problem ist doch eher, dass man sich immer schämt, Zeit zu vergeuden. Wenn man aber Zeit hätte und die kein knappes Gut wäre, das man hüten müsste wie die letzten Tropfen Wasser in der Wüste, dann wäre auch dieses Gefühl im Hinterkopf nicht da, dass man doch jetzt was Sinnvolles tun könnte.

Ernst war z.B. letztes Jahr lange arbeitslos (wir berichteten). Er hatte den ganzen Tag Zeit, aber er konnte es nicht genießen oder irgendwie seinen Hobbies frönen, weil er ständig dieses Männchen im Hinterkopf hatte: Arbeitslosengeld-Bewerbungen-Lebenslauf-Zukunftsaussichten-nieStillstehn.

Einfach mal ein echtes Sabbatjahr würde Ernst schon reizen. Wirklich einfach mal ein ganzes Jahr, ohne auf Zeit oder Geld zu achten, nur in den Tag reinleben.
Deshalb denkt Ernst, dass wenn Leute mehr Zeit hätten, bzw. Zeit im Überfluss, sich dann irgendwann zwangsläufig ein Gefühl der echten Langeweile einstellen würde, die dann wiederum - je nach Veranlagung - dazu führt, dass man halt entweder den ganzen Tag voll zombiemäßig auf dem Handy rumtippt, oder eben eine Sprache lernt, ein Instrument, oder sonstwas "sinnvolles" tut.

Anbei noch eine kleine Geschichte von Heinrich Böll, wie man sie in vermutlich jedem Deutschbuch findet.
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Nr. 46717
145 kB, 1280 × 720
>>46705
>Wenn man aber Zeit hätte und die kein knappes Gut wäre, das man hüten müsste wie die letzten Tropfen Wasser in der Wüste, dann wäre auch dieses Gefühl im Hinterkopf nicht da, dass man doch jetzt was Sinnvolles tun könnte.
Jenes, die Knappheit der Zeit wirft diese Frage überhaupt erst auf. Es wäre enorm spannend für mich zu sehen wie sich die Beantwortung dieser Frage ändern würde wenn man die verfügbare Zeit langsam gegen unendlich laufen ließe.
>Einfach mal ein echtes Sabbatjahr würde Ernst schon reizen. Wirklich einfach mal ein ganzes Jahr, ohne auf Zeit oder Geld zu achten, nur in den Tag reinleben.
Ist bei mir genauso. Ich hätte nicht mal was Bestimmtes vor, ich will nur einfach wissen wie sich das anfühlt. finanziell wäre das sogar drin, aber Ernst käme wohl nicht in seinen alten Dschob zurück, und dann ist es doch wieder die Bequemlichkeit die ihm im Wege steht.
>oder sonstwas "sinnvolles" tut.
Vor allem: Was ist überhaupt sinnvoll? Mir fällt nichts ein was einen objektiven Wert hätte, jede Tätigkeit ist immer verbunden mit einer subjektiven Wertung. Und da Menschen sich bekanntermaßen alles schöndenken können kann man sich auch jede beliebige Tätigkeit sinnvoll denken. Ich will damit nicht sagen dass alles gleich sinnlos ist, aber ich behaupte dass es darauf keine allgemeingültige Antwort geben kann. Dies gesagt bin ich erstaunt dass es Leute gibt die eine zeitaufwendige Karriere im mittleren Management einer austauschbaren Firma für erfüllend halten.